geschichte: apollo’s angels
Kaum ein Ballettbuch wird im angloamerikanischen Sprachraum so diskutiert wie Jennifer Homans’ «Apollo’s Angels». Was von der ehemaligen Tänzerin und Kritikerin des «New Republic» natürlich beabsichtigt war – und sogleich ihrer provokanten, nach reichlich 500 überlegen recherchierten und formulierten Seiten als Knaller gebotenen Schlussthese widerspricht: «Ballet is dead.» Ballett als ephemerste, weil am ehesten mit einer längst nicht mehr existierenden Hofkunst verknüpfte Kunst, ist oftmals gestorben und wiedergeboren worden, das erzählt Homans.
Das ist der brillante Teil ihres Buchs. Ihre Tanztour d’horizon von den gern grotesken Tanzeinlagen im Renaissance-Italien über das Erblühen durch Absonderung am französischen Hof Ludwigs XIV. bis zu den Ballets Russes als Initialzündung für den Tanz im 20. Jahrhundert verbindet in einprägsamen Kapiteln Kunst und Gesellschaft. Ihr Interesse gilt den Personen, die Tanzgeschichte geschrieben haben und die das Ballett zu einer relevanten, auch politisch ernst genommenen Kunst gemacht haben.
So unterhaltsam wie lehrreich sind ihre Ausführungen über den Männertanz des Barock, über den Kampf gegen die Anatomie, über die Französische ...
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Tanz Mai 2011
Rubrik: medien, Seite 61
von Manuel Brug
...war seit 1991 Folkwang-Professorin für klassischen Tanz. Sie starb am 8. März im Alter von nur 59 Jahren. Die in Budapest geborene Agnes Pallai war 14 Jahre Balletttänzerin an der dortigen Staatsoper, examinierte zur Tanzpädagogin und war lange Jahre als Solotänzerin beim Freiburger Tanztheater beschäftigt. Der beliebten Dozentin, die unter anderem die...
...ist in Europa immer noch ein Geheimtipp. Die Israelin ist seit 2005 Hauschoreografin der Batsheva Dance Company, und ihren Satelliten in unseren Breiten hat sie ausgerechnet im norwegischen Bergen gefunden, in Carte Blanche, der Kompanie des skandinavischen Landes für zeitgenössischen Tanz. Die bringt jetzt wieder ein Stück Sharon Eyals zur Uraufführung –...
...blickt nach Japan und hat sich in eines der populärsten Stücke des Nô-Theaters verguckt. «Matsukaze» handelt von zwei Schwestern, die beide denselben Mann lieben – nach seinem Tod sterben sie aus Kummer und existieren fortan als Geister, die immer wieder ins Diesseits zurückkehren müssen. Der zeitgenössische japanische Komponist Toshio Hosokawa hat den...
