Traumversunken in Ost-Berlin
Ein Bahnsteig. Eine Ballerina. Sie steht auf Spitze, leicht gestützt auf eine Bank, schaut entrückt aus dem Bild. Auf der Bank sitzt teilnahmslos eine Dame mit Gepäck. Die Ballerina scheint unsichtbar. «Es ist früh am Morgen in Ost-Berlin», sagt Ute Mahler, eine der interessantesten Fotografinnen der letzten vierzig Jahre – stilprägend und sozial engagiert.
Diese Serie ist im Frühsommer 1980 für die «Sibylle» entstanden, Zeitschrift für Mode und Kultur, für die Mahler viele Jahre lang gearbeitet hat.
Sie war vielleicht eine Art ostdeutsche «Vogue», eine Institution in Sachen Geschmack, Mode und Kunst. Aber sie ging auch subtil darüber hinaus. «In jeder Ausgabe gab es Porträts von Frauen in ihren Berufen, Künstlerinnen wurden vorgestellt … Es ging den Redakteuren darum, den Leserinnen Anregungen zu geben, Mut zu machen zur Individualität. Mode wurde verstanden als Unterstützung der Persönlichkeit. Als Fluchtmöglichkeit, ohne fliehen zu müssen. Auch die Schnittmuster im Heft waren beliebt, nach diesen Vorbildern haben sich Frauen Kleider selber genäht … Sicher war die Redaktion einer gewissen Kontrolle ausgesetzt, das Heft wurde den Zensurbehörden vorgelegt. Aber irgendwie ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Dezember 2018
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Marina Dafova
Spitzenschuhe gibt es schon eine ganze Weile in allen Farben des Regenbogens. Grishko zum Beispiel bietet von kanariengelb bis azurblau alles an, was das Auge anspringt – zumindest im Vergleich zu den rosé-farbenen Satin-Modellen, die den Markt monopolartig beherrschen. Manche Hersteller haben sich auch an das neue, diverse Erscheinungsbild des Balletts...
Die Zeit der großen Wartesäle ist vorbei. Zweckentfremdet, befriedigen sie inzwischen andere Bedürfnisse. Im Basler Bahnhof SBB beispielsweise ist heute im Wartesaal eine Brasserie zu Hause. Die Leere und Langeweile, die hier einst geherrscht haben müssen, lassen sie nicht mehr spüren. Da muss man sich schon eine Vorstellung des Nederlands Dans Theater anschauen,...
Jacob Höhne, wie kam es zu einem Theater für Menschen mit Down-Syndrom?
RambaZamba wurde in Berlin von Gisela Höhne und Klaus Erfurth gegründet, dem damaligen Regisseur am Deutschen Theater. Moritz Höhne, mein Bruder, der auch hier im Ensemble ist, wurde mit Trisomie 21 geboren. In der DDR war die Förderung dieser Menschen gleich null. Die Ärzte sagten nach der...
