persönlich
newcomer: malika djardi
Wer Einwanderung und Integration skeptisch gegenübersteht, sollte sich Malika Djardi anschauen. Die Tochter einer Französin und eines Algeriers leistete gleich mit ihrem ersten Solo einen äußerst persönlichen, scharfsinnigen und umfassenden Beitrag zur Debatte um das kulturelle Mit- und Durcheinander der Kulturen. In «Sa prière» («Ihr Gebet») beeindruckt sie mit Reife, Klarheit und starker Persönlichkeit.
Djardi joggt und tanzt betont selbstbestimmt, während ein Gespräch zu hören ist, das sie mit ihrer Mutter – die zum Islam konvertierte – über deren Verhältnis zu dieser Religion, zum Leben, zu Frankreich und zum Tanz führte. Die blondierte, selbstbewusste, fast noch jugendliche Tochter tanzt hier über alle soziologischen Stereotypen hinweg. Denn sie sieht sich ausdrücklich nicht als Anwältin einer Community. Die Befragung der Mutter folgt einem persönlichen, intimen Bedürfnis, wie es – den Stücken nach zu urteilen – derzeit viele Choreografen umtreibt, die ihre Familie auf die Bühne bringen.
Ein stilisiertes Porträt Djardis aus «Sa prière» prangt nun auf dem Plakat der «Rencontres chorégraphiques internationales». Kaum entdeckt, schon ein Cover-Girl! ...
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Tanz Mai 2016
Rubrik: Menschen, Seite 28
von
screening
thin skin – marco goecke
Etwas Dünnhäutiges hat er schon, schließlich ist Marco Goecke kein Durchschnittschoreograf wie so viele andere. Seine Stücke, inzwischen mehr als fünfzig an der Zahl, gehen unter die Haut. Nicht zuletzt unter die eigene. Und deshalb haben alle mehr oder weniger erkennbar auch mit seiner Befindlichkeit zu tun, selbst wenn es für...
Wen interessiert der mürrisch-alte Faust? Es ging doch immer schon um Mephisto: den Geist, der das Böse will, und behauptet, stets das Gute zu schaffen. Dieser Widerspruchskerl hat nun Xin Peng Wang verführt. Für den Choreografen ist der Teufel quirlig wie ein ADHS-Teenager, sexy und begeistert-bös. Gott gibt ihm den Faust als Spielfigur, einen bebrillt-zauseligen...
deutschland
On tour
Hubbard Street Dance Chicago zeigt Forsythes «Quintett», «Cloudless» von Alejandro Cerrudo sowie «A Picture of You Falling» und «Solo Echo» von Crystal Pite: Ludwigshafen, Theater am Pfalzbau, 4., 5. Mai; Remscheid, Teo-Otto-Theater, 8. Mai; Saarlouis, Theater am Ring, 11. Mai; Heilbronn, Theater, 14. Mai
Das Malandain Ballet Biarritz tanzt...
