venedig: Virgilio Sieni: «Vangelo Secondo Matteo»
Zu den hypnotischen Pizzicato-Klängen eines Cellos und der zarten Singstimme der jungen Frau, die das Instrument live auf der schwarz ausgelegten Bühne spielt, vollführen vier alte Frauen ein strenges Ritual, indem sie einander ein kleines, mit Spitze besetztes Stück Stoff herumreichen: eine schlichte, reduzierte Geste, typisch für die Formensprache des italienischen Choreografen Virgilio Sieni.
Der präsentiert acht ausgewählte von insgesamt 27 Szenen seiner Choreografie «Vangelo Secondo Matteo» («Das Evangelium nach Matthäus»), die in Gänze Anfang bis Mitte Juli in Venedig gezeigt wird. Die Voraufführung der Auszüge ist ein gezielt platziertes Tanz-Einsprengsel in einer anderen künstlerischen Veranstaltung: der 14. Architektur-Biennale unter der Ägide des holländischen Großmeisters Rem Kohlhaas.
Unter dem Titel «Fundamentals» eröffnete das Groß-Event am 7. Juni nach einer zweitägigen Vernissage. Der Sonderpavillon «Monditalia» beherbergte dabei Beiträge aus den übrigen künstlerischen Biennale-Sparten – Theater, Musik, Kino und Tanz. Er lud die Besucher zu einer multimedialen Reise durch verzweigte Korridore ein, bei der sie den Raum als bewohnbaren Ort körperlicher Transformation ...
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Tanz Juli 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 42
von Sergio Lo Gatto
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