Killt die Komödie!
Ein namenloses Kaff irgendwo in der russischen Provinz. Fern der nebulösen Zentralgewalt geht hier ein bunt zusammengewürfeltes Grüppchen von Beamten seinen Geschäften nach. Wir sehen: den Direktor (Doug Letheren) und seine permanent gackernde, rothaarige Gattin (Cindy Salgado), den besorgten Postbeamten Wieland (Jermaine Spivey), einen Arzt (David Raymond) und zwei Faktoten in Uniform (Rena Narumi und Ella Rothschild). Dann treffen unvermittelt der Revisor (die Tänzerin Tiffany Tregarthen mit aufgeschminktem Bart) und sein Hilfsprüfer Osip (abermals David Raymond) ein.
Die versammelten Staatsdiener halten den unerwarteten Besucher, einen bloßen Prüfer juristischer Dokumente, irrtümlich für einen hohen Funktionär mit realen Machtbefugnissen. Die Farce kann also ihren Lauf nehmen.
Getreu der literarischen Vorlage, Nikolai Gogols gleichnamiger Komödie von 1936, geht es in «Revisor» zunächst herrlich turbulent zu: Rasant und aufgedreht hetzt das Personal durch den verwickelten Plot – einen bürokratischen Kosmos aus sinnentleerten Wörtern und grotesk überfrachtetem Beamtenjargon – und erntet nicht wenige Lacher.
Treibende Sprachpartitur
Es ist nicht gerade eine naheliegende Idee, ...
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Tanz April 2019
Rubrik: Produktionen, Seite 8
von Kathleen Smith
CD des Monats: Aschenbrödel
Partizipation war 1898 noch ein Fremdwort. Praktiziert hat sie damals einer, von dem man das am wenigsten erwarten sollte: Johann Strauß. Er wünschte sich ein Libretto für ein geplantes Ballett, und das wurde auch gefunden; in Form eines Preisausschreibens. 718 Einsendungen wurden von einer Kommission begutachtet. Ein Text entsprach...
Lachen kommt, Lachen vergeht. In verschiedenen Varianten. Therapeutisch zum Beispiel, als Lach-Yoga. La Ribot machte sich das einst zu Nutzen, in ihrer Performance «40 Espontáneos» für Amateure. Andere lachen sich mit sexistischen Witzen ihr Spießertum schön, brillant demonstriert in Maguy Marins sarkastischem «Ha! Ha!». Auch die Belgierin Lisbeth -Gruwez kam in...
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