edinburgh: damien jalet «yama»
Jede einzelne Bewegung, die Damien Jalet in dieser Auftragsarbeit für die exzellenten Performer des Scottish Dance Theatre kreiert hat, ist entweder bis ins kleinste Detail auschoreografiert oder komplett frei – frei in der vertikalen oder horizontalen Ausdehnung, bis die Tänzer auf die Körper benachbarter Kollegen stoßen. Nur eines dürfen die Performer nicht: den Blick heben und ins Publikum schauen. «Yama» (japanisch für «Berg») evoziert ein mythologisches Universum des ständigen Werdens und Vergehens, in dem jede soziale Beziehung erst ausprobiert werden muss.
Wie außerirdische Wesen haben die Figuren nur einen Kommunikations-Code gemeinsam: Bewegung. Zu Beginn kriechen sie langsam aus der zentralen Öffnung eines kraterförmigen hölzernen Podestes des amerikanischen Künstlers Jim Hodges. Nacheinander erscheinen Beine und Arme aus diesem Vulkankrater, tauchen auf, verschwinden wieder, ein geschlechtsloses Knäuel aus Gliedmaßen, wie die Tentakel eines Monsters, das aus dem Untergrund zu neuem Dasein drängt.
Zu den dissonanten elektronischen Klängen des israelisch-französischen Musiker-Duos Winter Family entspinnt sich ein 20-minütiges Ritual, in dem die einzelnen Körper sich immer ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August-September 2015
Rubrik: kalender, Seite 50
von Sergio Lo Gatto
dvd_________
mark morris
27 Jahre ist dieses Meisterwerk inzwischen alt und hat doch nichts von seiner Strahlkraft, Theatralität und Liebenswürdigkeit verloren. Die Rede ist von Mark Morris’ ländlicher Ode «L’Allegro, il Penseroso ed il Moderato» auf Arien und Rezitative aus dem gleichnamigen Oratorium von Georg Friedrich Händel. 1740 komponierte Händel auf...
tanz__Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance
____Herausgeber
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin ____Redaktion Hartmut Regitz,
Dorion Weickmann, Arnd Wesemann
Mitarbeit: Sofie...
Noch ist die Bühne nicht abgeräumt. Ein paar Strohballen lassen sofort an «La Fille mal gardée» von Frederick Ashton denken. In zwiefacher Gestalt findet sich das Federvieh, und auch das rote Band ist da, das in der Uralt-Inszenierung des Royal Ballet eine nicht nur dekorative Rolle spielt. Emma Daniel könnte man sich darin durchaus vorstellen. Doch der...
