Die Hoffnungsträger
Wie hält man sich, wenn das Geld immer zu knapp ist, aber damit eine große Tänzerschar unterhalten werden soll? Wie behält man ein offenes Herz, wenn man immer wieder mit unterschiedlichen Menschen in extremen Lebenslagen zusammenarbeitet? Wie schafft man es, im Kopf wach zu bleiben, theoretisch interessiert, ohne deswegen gleich ödes Diskurstheater zu machen? Wenn man stattdessen lieber das Denken, die Wirklichkeit und die eigene Sicht darauf verlinkt? Constanza Macras schafft das alles jetzt schon ziemlich lange.
Wirklich herausragend in ihrem Stück «The Ghosts», das bereits 2015 Premiere hatte. Aber das Niveau der Choreografin zeigt sich eben auch gerade da, wo eine Inszenierung zumindest auf den ersten Blick nicht ganz rund zu laufen scheint. Wie in der südafrikanischen Koproduktion «On Fire». So viele kluge Fragen, so viel Reflexion über Erinnerung und Identität. Wie Macras Themen weiterspinnt, sie wendet, mit anderen Themenkomplexen verflicht, das ist als Ganzes herausragende Arbeit.
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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Die Saison 2015/16, Seite 166
von Michaela Schlagenwerth
Tanz verhandelt den Körper im Spannungsfeld von gelebter Materialität und sozio-historischem Konstrukt. Seit den früher 1990er-Jahren haben Choreografen den Dualismus von Körper/Geist hinter sich gelassen und ein prozessuales Verständnis vom Körper als einem dynamischen System wechselseitigen Austauschs entwickelt. Anders als der virtuose, unverwundbare,...
Ich bin auf zwei Feldern tätig – Tanz und Konfliktlösung. Die Arbeit von Tänzern und Choreo-grafen beinhaltet körperliches Denken und sich choreografische Strategien auszudenken, um Ideen eine kommunikative Form zu geben. Die Arbeit eines Konfliktspezialisten zielt darauf, Menschen im Konfliktfall dabei zu helfen, dass sie miteinander über einmal erkannte Grenzen...
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