aufwind
Dieser Abend hebt zwar ästhetisch noch nicht ab, trotzdem stimmt die Richtung hoffnungsfroh: Tim Plegge, Richard Siegal und Alexander Ekman schieben das neu gegründete Hessische Staatsballett in den «Aufwind». Alle drei Choreografen geben den Tänzern handfeste Requisiten mit, als ob das Ballett noch ein Geländer bräuchte beim Abfliegen und Aufflattern. Der junge Schwede Ekman schickt das Ensemble in der zweiten Hälfte von «Left Right Left Right», das 2012 fürs Nederlands Dans Theater 2 entstand, auf Laufbänder, die interessanterweise Eleganz in den Tanz bringen.
Das Meistern des Joggingschrittes auf der Stelle, mit synkopischen Hüpfern, Schnelltripplern und Gleitern versetzt, mit zusätzlichen Handgesten, Faustreckern, Klatschern, Schulterbeugen versehen und durch seitliches Wegtreten und Aufspringen erschwert, verlangt von den Tänzern Präzision und scheint sie zugleich dank einer gewissen Spaßkomponente zu beflügeln. Die Maschine macht etwas mit ihnen, nachdem sie davor eine eher unlustige, synchrone Menge abgegeben haben, die auf Zuruf pseudosportliches Boxen, Treten, Laufen, Wackeln, Stampfen, Körperpatschen exekutiert. Dabei kommt niemand von der Stelle, alle stehen zwischendrin ...
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Tanz Dezember 2014
Rubrik: neustart, Seite 8
von Melanie Suchy
Wenn ein Neugeborenes erschrickt, spreizt es die Arme weit, sperrt Mund und Augen auf, atmet ein und zieht sich dann, oft mit einem Schrei, eng zusammen. Affenbabys klammern sich schutzsuchend ans Fell der Mutter. Dieser sogenannte Moro-Reflex ist der erste Überlebensreflex. Er entsteht bereits in der zwölften Woche nach der Empfängnis und provoziert bei der Geburt...
Eigentlich war das Projekt gar nicht als Tanzstück gedacht: Eine Handvoll geladener männlicher Gäste sollte in kurzen Beiträgen die jeweils persönliche Sicht des Feminismus darstellen. Die Choreografin Perrine Valli und Francine Jacob, ehemaliges Model, heute Modeberaterin und Filmproduzentin, wollten eine Art subjektive Gipfelkonferenz ausgesuchter Künstler und...
Wenn sich am 12. Dezember im Münchner Nationaltheater der Vorhang für «Paquita» hebt, ist das für viele ein Ereignis wie ein Debüt. Doch die Einstudierung von Alexei Ratmansky ist der Höhepunkt einer konzeptuellen Klassikerpflege, mit der das Bayerische Staatsballett ein weithin beachtetes Beispiel gibt. Beispiel deshalb, weil sich keine Kompanie hierzulande über...
