der flüchtling
Ein Lob auf die Einwanderung. Ein Lob auf diesen reichen Quell an Themen, den die Kriege, die Armut, die Gewalt zu uns tragen. Wir dürfen nun all diejenigen verehren, die es trotz Frontex und Triton hierher geschafft haben. Zwar formuliert die türkische Tänzerin Ceren Oran in München es lieber so: «Man bleibt trotzdem heimatlos, allein schon wegen der Bürokratie hier.» Aber derlei Unbill garantiert der Kunst auch erst die finanzielle Förderung, Aufmerksamkeit und Relevanz. Da wurde das Zentrum für politische Schönheit zuletzt zum Zentrum viraler Erregtheit.
Und kaum ein Förderantrag, der nicht den Zeigefinger nach Afrika ausstreckt.
Von einem Grand Hotel für Flüchtlinge in Augsburg bis zum staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahren gegen eine ecoFavela auf Kampnagel in Hamburg – die Kunst feiert ein Fest, und ihr Rohmaterial sind Flüchtlinge. Man darf sie wie Prominente interviewen in den «Asyl-Dialogen» am Staatstheater Braunschweig oder in einem «Brennpunkt X» am Saarländischen Staatstheater. Man kann sie casten für ein «Kunst-Asyl» am Berliner Maxim-Gorki-Theater, oder man reanimiert ihr Schicksal in einem interaktiven Parcours am Berliner HAU 3. Sie haben unseren Applaus verdient, ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 160
von Arnd Wesemann
Für den Choreografen und Direktor des Ballett am Rhein, Martin Schläpfer, ist die Theaterbühne ein magischer Ort, an dem er den Zuschauer verzaubern, berühren und zum Nachdenken anregen möchte. Umgekehrt aber auch ein Ort, den Schläpfer in seiner Vorbestimmtheit immer wieder neu zu begreifen sucht. Zuletzt geschah das besonders intensiv bei ««DEEP FIELD», in der...
Ohne Angst kein Tanz. Sie ist überall. Aber niemand spricht über sie. Erst wenn man gezielt nach ihr fragt und ein bisschen bohrt, heißt es: Ja, klar, die kennt man doch, jeder kennt sie. Aber sie führt ein Leben im Untergrund. Ist ein Tabu. Das macht sie mächtig, machtvoller wahrscheinlich als die Liebe, die sich für Geschichten eignet mit Anfang, Mitte,...
«Libertad, Libertad schrie meine Mutter.» Und wenn die Polizei des Militärregimes im Chile der 1980er-Jahre anrückte, wurde sie aufgeklärt, dass es sich um den Hund der Familie handelte, der eben Freiheit hieß. Amanda Piñas früheste Tanz-Erinnerung bezieht sich nicht auf einen Besuch in einer Tanzschule. Ganz im Gegenteil: Bei den Demos gegen den Machthaber Augusto...
