black swan...
Selten passen Name und Naturell so nahtlos zusammen wie bei Benjamin Millepied. Er ist schmal wie eine Porzellanfigur aus dem französischen Rokoko und tänzelt so wieselflink durch die Flure des Muziektheater in Amsterdam, als sei jedes Füßchen gerade mit etwas anderem beschäftigt. Hier noch schnell eine SMS verschicken, dort ein Taschentuch organisieren, sofort auf den nächsten Handyalarm reagieren und nebenher den Probenplan zum Uraufführungs-Endspurt absegnen – Multitasking at its best.
Dabei läuft Millepied noch nicht einmal auf Hochtouren, drückt ihn doch ein derartiger Bronchialkatarrh, dass man sich bemüßigt fühlt, dem Kränkelnden ein paar Hustenpastillen aufzunötigen.
Viel gefragt
Stress schlägt auf die Gesundheit. Wer innerhalb einer Woche auf beiden Seiten des Atlantiks ein neues Werk auf die Bühne bringt, von Amsterdam nach New York und retour jetten muss, dessen Kreativität kommt bei solcher Dauerbelastung nicht ungeschoren davon. Alastair Macaulay, der Kritiker der «New York Times», trat Millepieds Kreation «Plainspoken» ziemlich gnadenlos in die Tonne, nachdem er den 33-Jährigen als einen der «kunstfertigsten Choreografen seiner Generation» in den Himmel gehoben ...
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Tanz Januar 2011
Rubrik: menschen, Seite 14
von Dorion Weickmann
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