Tanzkrimi des Jahres: das Bolshoi
Seit Jahren wird das Moskauer Bolshoi von Skandalen erschüttert, aber die Säure-Attacke auf Ballettchef Sergei Filin zu Jahresanfang stellte alles in den Schatten. Wer irgendwo im Westen einem Russen begegnet und ihn darauf anspricht, der erntet häufig dieselbe Reaktion: Augenrollen, Seufzen, und dann − «Tja, was soll man sagen, dieses Theater ist ein Staat im Staat, nichts Genaues weiß man nicht.
Trotzdem ist das Bolshoi unser Nationalheiligtum! Natürlich ist die Sache mit Filin schrecklich, aber waren wir dabei? Wissen wir, was dahinter steckt? Und ob er wirklich so schwer verletzt ist…?»
Aus westlicher Sicht scheint das Verbrechen – bei aller Skepsis, die Putins Regime generell erzeugt – geklärt: Drei Verdächtige wurden verhaftet und angeklagt. Und Künstlerkollegen, die Sergei Filin in der Aachener Klinik, wo er sich noch im August zur Behandlung aufhält, besucht haben, berichten der tanz-Redaktion von der Begegnung mit einem Gezeichneten, den der hochgradige Sehkraft-Verlust schwer beeinträchtigt. Das Krankenhaus bestätigt, es handle sich «um eine sehr ernsthafte Veletzung». Was aber tut sich vor Ort, in Moskau? Wir haben eine dort ansässige Journalistin gebeten, exklusiv für t ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2013
Rubrik: Die Saison 2012/13, Seite 126
von Elena Ryumina
Auf der glatten Oberfläche des Tanzfotos gehen zwei Medien miteinander eine Symbiose ein: der bewegte Tanz und die festlegende Fotografie – Gegensätze, die größer kaum sein könnten. Denn es ist gerade die Bewegung, die in der Geschichte der Fotografie über das rein Dokumentarische hinaus die schlichte Abbildung eines spezifischen Inhalts überragt. Diese Bewegung...
«Wir bräuchten dringend einen Prinzen. Aber die sind alle in Stuttgart», stöhnte der Manager eines großen deutschen Opernballetts. Und aus Stuttgart bringt sie so schnell keiner weg, obwohl sich die männlichen Stars hier auf die Füße treten. Deshalb verwundert es nicht, dass die Herrenriege auch bei der aktuellen tanz-Umfrage das Feld klar dominiert. Seit Jahren...
Maria-Helena Buckley, Sie haben bis Juni 2009 20 Jahre lang in Berlin getanzt, an der Deutschen Oper, der Staatsoper und am Staatsballett. Zuletzt waren Sie Erste Solistin. Wie sollte es mit Ihrer Karriere nach der Karriere weitergehen? Hat Sie Fotografie interessiert?
Die Fotografie nicht wirklich, Bilder schon. Mein Vater ist Maler, ich bin mit Bildern...
