Diana Vishneva
Erinnern Sie sich daran, wann Sie zum ersten Mal vom Ballett träumten? Eigentlich war es der Traum meiner Mutter, ihr Kindheitstraum, aber ihre Eltern haben es ihr nie erlaubt. Und meine große Schwester wollte sehr gern zum Ballett, aber sie konnte nicht, sie hatte Probleme mit den Augen. Als kleines Mädchen hatte ich großen Spaß am Eiskunstlauf, ich war ein sehr bewegliches, sportliches, emotionales Kind. Meine Mutter schickte mich zum Ballett, na gut, habe ich gedacht. Und ich fing an zu tanzen, mit sechs Jahren, im Palast der Pioniere.
Eine frühere Ballerina gab dort halbprofessionellen Unterricht, und es gefiel mir.
Sie sind in St. Petersburg aufgewachsen. Wie sah Ihr Elternhaus aus? Damals hieß Petersburg noch Leningrad. Wir wohnten in einem sehr sowjetischen Plattenbauhochhaus, sehr weit draußen. Meine Eltern hatten früh geheiratet. Noch als Studenten. Sie gehörten zur sowjetischen technischen Intelligenz, mein Vater war Forscher, meine Mutter Chemieingenieurin und Rechnungsprüferin, beide arbeiteten in einem «geschlossenen Betrieb», also in der Rüstungsindustrie. Das heißt, sie arbeiteten sehr viel, hatten nur wenig Zeit für meine Schwester und mich.
Es heißt, als Sie sich ...
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