düsseldorf: Martin Schläpfer: «7»
Ein Mann steht mit gesenktem Kopf am Bühnenrand. Weiter oben an dem riesigen Kasten wirft geriffeltes Glas undeutliche Lichtreflexe. Trauer liegt zu Beginn von Martin Schläpfers «7» zur Siebten Sinfonie von Gustav Mahler über Florian Ettis kalter Welt. Abschied. Das Resümee, das eine Tänzerschar dann formuliert, könnte ein Rückblick sein. Oder ein Prolog. Die Tänzer spannen die Körper weit auf, dann krümmen sie sich, kreuzen die Arme vorm Oberkörper, falten die Flügel ein.
Ein Hauch von «Sacre».
Die einen strecken auf Spitze und mit geöffneten Händen elegante Formen in den Raum; die anderen lärmen mit den Fersen, rumpeln flink mit geballten Körpern. Einige Gewänder wie Gehröcke und weiße Blusen weisen auf die vorletzte Jahrhundertwende hin. Andeutungsweise flicht Schläpfer das Leben Mahlers in die Choreografie, mit der er weniger das Neue, Gewagte sucht, als das Getane, Gekonnte besichtigt und auf bravouröse Weise bündelt.
Es ist ungeheuer viel los in dieser Sinfonie von 1906. GMD Axel Kober dirigiert die tadellosen Düsseldorfer Symphoniker. Sie will ganz viel sagen, die Welt umarmen, so hell tönen immer wieder die Bläserfanfaren, so übermenschlich triumphal tosen die letzten ...
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Tanz Dezember 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 36
von Melanie Suchy
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