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Aljoscha Tursan 

In Kuba, im Barrio Chino, dem Chinatown von Havanna, findet sich dieses Wandbild. Geschaffen hat es ein Tänzer aus Deutschland: Alexej Aljoscha Tursan, Sprössling der Heinz-Bosl-Stiftung in München. Nachts ging er als «Trainbomber» über die Gleise, mit den Sprühdosen aus dem Spind. Tagsüber drohte ihm infolge Verschlafenheit ständiger Rauswurf, hätte Konstanze Vernon nicht insistiert: «Warte, der Junge wird noch was.» Er wurde was. Im Wendejahr 1989 tanzte er mit Mario Perricone und Oliver Matz am Staatsopermballett. Ostberlin.

Ein Paradies für Stylewriter. Die Szene kennt den heute 48-Jährigen unter dem Namen Neon. Seinen Stil entwickelte er zum «Bone Style» weiter. Dem geschriebenen Wort wird die Bedeutung genommen, das «tag» in seiner grafischen Struktur und Dynamik so lange aus dem «Gefängnis der Zeichen» befreit, bis es unlesbar wird. «Auch im Tanz», sagt Aljoscha, «kannst du Bewegung nicht wirklich lesen, sondern genießt die Harmonie. Auch im Belcanto muss niemand die Worte verstehen, sondern du spürst den Wohlklang.» Ähnlich ist es beim übermannshohen «tag» in Havanna: alles reine Dynamik. Alle Linien sind verbunden wie bei einem komplex getanzten Solo. ...

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Tanz Oktober 2018
Rubrik: Side Step, Seite 14
von Arnd Wesemann

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