the barbarians in love
Hofesh Shechter ist nicht nur Choreograf und Tänzer, sondern auch Schlagzeuger. Offenbar haut er gern drauf, so dass es wehtut. Shechter mutet seinen Tänzern wie seinem Publikum rüde akustische und körperliche Attacken zu, die einem den Magen umdrehen und Herzjagen verursachen, so bei «Political Mother». Oder einen erst einmal völlig verstummen lassen. Das ist der Fall beim irisierend-dumpfen, hinter einem Lichtschleier entrückten ersten Drittel seines neuen Stücks «The Barbarians in Love», in einer ersten Fassung gezeigt im Festspielhaus St. Pölten.
Die «verliebten Barbaren» sind das Ergebnis von Shechters zweiter Arbeitsresidenz in der niederösterreichischen Landeshauptstadt vor Wien, die ersten 30 Minuten eines Dreiteilers, der integral uraufgeführt wird beim Sommerfestival «Foreign Affairs» in Berlin.
«The Barbarians in Love» beginnt mit der Vertreibung aus dem Paradies. Das Paradies präsentiert sich als ein atmosphärisch bedrückender, leerer Raum, fahl beregnet von vier mal vier Lichtduschen. Ein Tänzer und eine Tänzerin runden und strecken in exquisiter Schönheit die Arme zum Port de bras, passend zur Barockmusik aus dem Lautsprecher. Analog zu Musik und Gartenkunst und nach ...
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Tanz Januar 2015
Rubrik: produktionen, Seite 18
von Eva-Elisabeth Fischer
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