Walzer umgestrickt
Jahrzehntelang gab es nur eine Art Walzer zu tanzen: mit schwungvollen Drehungen links oder rechts herum. Jetzt hat Martin Schläpfer für seine Strauß-Choreografie «Marsch, Walzer, Polka» zum Auftakt eines Dreiteilers in Mainz eine neue Art des Walzertanzens erfunden. Den musikalischen Tempi setzt die Choreografie ihre eigene Geschwindigkeit entgegen, ohne den Einklang mit der Musik aufzukündigen: ein sublimes Kunststück der feineren Art.
Musikalisch kombiniert Schläpfer vier bekannte Kompositionen der Wiener Strauß-Dynastie – «An der schönen blauen Donau», die «Sphärenklänge», den «Radetzky-Marsch» und die «Annen-Polka» –, und choreografiert sie nicht nur originell, sondern auch von überirdischer Schönheit.
Seine komplette Truppe setzt er ein: zehn Frauen und zehn Männer. Aber es gibt nie ein großes Ensemble. Wir sehen nur kleine und kleinste Einheiten: Soli und Duette, allenfalls mal Quartette oder Quintette. Der Choreograf hat seinen Tänzerinnen mit den traditionellen Bewegungen auch die stoffreichen, rauschenden Ballkleider versagt. Er lässt sie in von Thomas Ziegler entworfenen kurzen Hängerchen oder in knappen Shorts tanzen.
Besonders gern arbeitet Schläpfer mit verzögerten ...
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