Einstand
So viel Sehnsucht. So viel Hoffnung auf den «Wundermann», auf Martin Schläpfer, den toptalentierten Choreografen, der als Ballettdirektor Düsseldorf/Duisburg endlich zu überregionalem Tanzruhm verhelfen soll. Wunder hat er schon vollbracht, als er in der einstigen Tanzprovinz Mainz eine erstklassige Truppe etablierte.
Die brachte er nun mit ins neue Domizil, fusionierte sie mit 16 Ex-Youri-Vàmos-Tänzern, setzte zehn Positionen neu hinein – fertig ist das 47-köpfige «Ballett am Rhein».
Überspannt war die Stimmung am Premierenabend, als Martin Schläpfer sein erstes Programm vorführte. Leicht ironisch kam die Antwort auf die Erwartungshysterie von der Bühne. Erst zeigte man sich galant mit einem wie immer delikaten Hans van Manen und Martin Schläpfers komischem Geniestreich «Marsch Walzer Polka» von 2006.
Dann aufmüpfig mit einer ersten Uraufführung: Zur sperrigen 3. Sinfonie des polnischen Komponisten Witold Lutoslawski kreiert Martin Schläpfer eine schön-garstige Fantasy-Welt: Menschen kauern in Käfigen, die meterhoch über der Bühne schweben. Die Augen der Tänzerinnen sind schwarz ummalt wie bei Gothic-Girls, die Kostüme kunstvoll zerfetzt. Eine Tänzerin fuchtelt wie eine Hexe mit ...
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