My Generation

Wahre Eleganz gibt es nur durch freiheitsliebende Wildheit. Mit dieser Einstellung gründete Richard Siegal seine neue Kompanie Ballet of Difference

Tanz - Logo

Sie finden exklusiv ein Video auf der Website unseres Partners klassik.tv

Es war Zufall, dass ich bei dieser Geburt einer Tanzkompanie direkt neben der Mutter von Richard Siegal zu sitzen kam. Ihre Nervosität wurde so auch meine, als sie sagte, es sei überaus riskant, eine freie Gruppe in München zu gründen, in einem System, das – staatlich finanziert – doch ganz sicher die etablierte Konkurrenz bevorzugen wird. Und dann erzählte die nette Mrs. Siegal aus New Hampshire von der Walmart-Erbin Nancy Walton Laurie. Diese gründete 2003 in New York das Cedar Lake Contemporary Ballet.

Und es war ihr Sohn Richard, ausgerechnet, der die Truppe im Juni 2015 mit der Premiere von «My Generation» zu Grabe trug, ausgerechnet mit jenem Stück, mit dem seine brandneue Kompanie Ballet of Difference den neuen Abend beschließt. Ein gutes Omen? Man kann die Nervosität verstehen. Den ehemaligen Forsythe-Startänzer aber schert der Tod des Gestrigen offenbar wenig, nicht im Moment eines Neuanfangs in drei Akten, der in der Münchner Muffathalle pünktlich zum errechneten Geburtstermin des Ensembles ebenso vorhersehbar ablief, wie sich das bei Wehen, Austreibung und Nachwehen gehört, hier zur Eröffnung des biennalen Festivals «Dance». Die drei Siegal-Stücke «BoD» (steht für Ballet ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2017
Rubrik: Produktionen, Seite 14
von Arnd Wesemann

Weitere Beiträge
Zurück zum Tanz

Thomas Plischke, was erwartet künftige Studenten am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz in Berlin?  Eine stark veränderte Struktur, zurück zum Tanz. Das HZT genoss den Ruf, keinen Tanztanz auszubilden, was so nie stimmte. Aber die Menge der angebotenen Technikstunden war relativ gering, insgesamt nur 540 Stunden während der dreijährigen Ausbildung. Bei P.A.R.T.S....

Grand Finale

Paris ist nicht mehr, was es einmal war: Stadt der Träume, großes Versprechen. Wer mit dem Bus vom Flughafen Charles de Gaulle kommend die Bezirke außerhalb des Autobahnrings durchquert, um über eine der nördlichen Zufahrten wie Porte de la Chapelle ins Zentrum zu gelangen, wird eines Elends ansichtig, das von Jahr zu Jahr verstörendere Ausmaße annimmt. Auf den...

Jan Fabre

Obwohl Belgien ein kleines Land ist, kann man es nachts sogar aus dem Weltraum erkennen: Die Autobahnen sind beleuchtet, das gibt es sonst nirgends auf der Welt. Zu den Eigenheiten des dicht besiedelten Elf-Millionen-Einwohner-Staats zählt vor allem auch die extrem disparate Bevölkerungsstruktur. Im nördlichen Teil, Flandern, wird flämisch gesprochen; im südlichen...