Oostende on tour: «the sea within»

Lisbeth Gruwez «the sea within»

Tanz - Logo

Ein Quantensprung, mitten hinein in stürmische See: Lisbeth Gruwez schickt nicht weniger als zehn Tänzerinnen auf Erkundungstour, zum Eintauchen in das eigene Innerste. Da wogen Monsterwellen, da trifft man auf verdrängte Albträume. Und doch entsteht da auch viel Harmonie, wenn die Akteurinnen miteinander verschmelzen, zu einem Magma, einer Landschaft, einem feiernden Kollektiv. Gruwez setzt alles auf eine Karte – wer wagt, gewinnt. So verdoppelt sie ihr bisher größtes Team, zu dem sie in «AH|HA» noch selbst gehörte, und regelt nun alles von außen.

Derweil erkunden die Interpretinnen ihre intime Beziehung zur Natur, zum eigenen Atem, zum Herzschlag und zur Gemeinschaft.

«The Sea Within» beginnt wie auf dem Meeresboden, wo Cherish Menzo, die schon bei Nicole Beutler und Eszter Salamon in Erscheinung trat, mit einem prägnanten Solo die Dimensionen von Zeit und Schwerkraft verschiebt. Und sobald alle zehn wie Meerespflanzen in der Strömung auf dem salzseefarbenen Boden ihren Platz gefunden haben, entsteht wie aus dem Nichts eine Welle, getragen von der Taiwanesin Chen-Wei Lee, vor Kurzem noch eine zentrale Figur in Ohad Naharins Batsheva Dance Company. Auch Charlotte Petersen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz August/September 2018
Rubrik: Kritik, Seite 48
von Thomas Hahn

Weitere Beiträge
Mackie Messer

Joachim Lang, Sie bringen Brechts «Dreigroschenoper» ins Kino, aber anders als im Original wird in Ihrem Film ohne Unterlass getanzt. Warum?
Weil Brecht bis heute oft als grauer Dogmatiker herhalten muss. Das Bild ist sicher falsch. Er hat ein Ballett entworfen, «Die sieben Todsünden der Kleinbürger», und er hat ununterbrochen versucht, die Grenzen zwischen den...

Tanz im August

Elizabeth Streb «Sea (Singular Extreme Actions)»

In Philadelphia freut sich die STREB Extreme Action seit 40 Jahren über volle Häuser. So versammelte sich deren eingefleischte Fan-Base auch im vergangenen Juni zur Uraufführung von «SEA (Singular Extreme Actions)» im Kimmel Center for the Performing Arts, um im dortigen Perelman Theatre die halsbrecherischen...

Stressableiter

Gerade mal wieder genervt? In der Telefonwarteschleife gefangen, an den Schreibtisch gefesselt oder schlaflos dank Vollmond? Hier kommt die Rettung: knapp 15 Zentimeter groß, figürlich Oskar Schlemmers drahtigen Kostümen fürs «Triadische Ballett» nachempfunden und hundert Prozent ablenkungstauglich. Einmal den schwarzen Kopf in Schwung versetzen, schon dreht sich...