braunschweig: Jan Pusch «Bingo?»

Tanz - Logo

Haben sie das große Los gezogen? Jan Pusch, für drei Jahre Tanzdirektor am Staatstheater Braunschweig, würfelte in vielen Auditions sein völlig neues Team von 16 Tänzern zusammen. War ihre Entscheidung richtig, Puschs Angebot anzunehmen? Haben sie Pech mit einem gezerrten Muskel, einer beleidigten Bandscheibe?

Im Tanzstück «Bingo?» thematisiert der Choreograf die Unwägbarkeiten seines Neustarts.

Bringt er ihm und dem Ensemble Glück und Erfolg? In der Kunst mit der höchsten Kontrolle über den Körper bleibt vieles unkontrollierbar – Karriere und Leben sind nur bis zu einem gewissen Grad planbar. Wie jede Choreografie auch.

Von Abend zu Abend ändert sich die Besetzung von «Bingo?». Es tanzt immer nur die Hälfte des Ensembles; darum gab’s gleich zwei Premieren. Ein Suchscheinwerfer gleitet über den mit Glückslosen oder Wunschzettelchen bedeckten, später spiegelglatten Boden und bringt Bewegung in Geelke Gayckens von hellen Wänden begrenzten Raum. Der Lichtstrahl erfasst die erste Tänzerin, Bettina Bölkow. Sie verfängt sich hys-terisch in den Sätzen und Gesten ihres Solos, wird von den anderen unterbrochen. Lässig reißt Jared Marks die Szene an sich und gibt – als Parodie des ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Dezember 2010
Rubrik: kalender, Seite 34
von Klaus Witzeling

Vergriffen
Weitere Beiträge
bilderbuch-ballerina: Tamara Karsawina

Eine einfache tanzhistorische Formel lautet: «Diaghilew + Nijinsky = Ballets Russes». Beim Blättern in Andrew R. Fosters Bildband wird derlei Erinnerungsspuk indes sofort ausgetrieben. Dass die 1885 in Petersburg geborene Ballerina zu Sergei Diaghilews Höhenflug nicht weniger beigetragen hat als ihr legendärer Kollege, belegt Foster auf knapp 250 Seiten mit...

erinnern vergessen

«We need not destroy the past. It is gone.» Was Cage 1949 in seiner «Lecture on Nothing» schrieb, bedeutet: Das Vergessen ist nicht Auslöschung, sondern ein Sein-Lassen. Das Vergessene schlummert mit der Vergangenheit. Im Hier und Jetzt ist etwas anderes dran. Auch die Tänzerin Eszter Salamon vergisst: Cage selbst, wenn sie ihren «Dance for Nothing» tanzt, obgleich...

leipzig: Mario Schröder «Chaplin»

Mario Schröder ist der neue Chef des Leipziger Balletts. Sein Einstand hätte besser nicht laufen können. Standing Ovations gab es für die Eröffnungspremiere «Chaplin» und einen Strauß Komplimente von keiner Geringeren als Geraldine Chaplin, die extra nach Leipzig gereist war, um die Hommage an ihren Vater in postumer Stellvertretung entgegenzunehmen. Womöglich war...