Wer ist der Star?
Er hat keine Angst vorm Fliegen. Aber das Gefühl seiner wiedergewonnenen Freiheit ist nichts anderes als eine Illusion. Wenn Ikarus sich auf dem Video scheinbar in die Lüfte hebt, stürzt er in Wahrheit ins Wasser, und die Verkehrung der tatsächlichen Verhältnisse wiederholt sich im ersten Teil des Tanzabends «Mit den Flügeln des Ikarus» wie in einer Endlosschleife: Ausdruck für die Aussichtslosigkeit seines Unterfangens und dennoch ein Ansporn, sich über die Widrigkeit seines Schicksals zu erheben.
Gleich zu Anfang seilen sich Magdalena Stoyanova, Susan McDonald und Miranda Glikson aus dem Bühnenhimmel ab, als wären es Fußgänger der Lüfte, um im zweiten Teil Allegorien wie Freiheit, Liebe und Tod zu verkörpern. Wie seine australische Kollegin Natalie Weir hat sich Tarek Assam von den «Metamorphosen» des Ovid inspirieren lassen. Trotz aller Unterschiedlichkeit fügen sich beide Interpretationen am Schluss zu einem Ganzen – vielleicht auch ein Verdienst der Dramaturgin Leonore Welzin, die auch die gesprochenen Texte beisteuert.
Gießens Ballettchef inszeniert seinen «Ikarus» als Tanztheater und findet suggestive Bilder. Schwanenflaum bedeckt den Boden des Gefängnisses, in dem Daedalus ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Eigentlich ist ihm nicht nach Lachen. Bevor Yvan Auzely im kalten Nass versinkt, singt er ein letztes Lied. Abtauchend erlebt er nicht bloß sein blaues Wunder, sondern eine keineswegs unheimliche Begegnung der aquanautischen Art. Helene Karabuda wagt mit ihm einen Tanz – und Efva Lilja choreografiert für die beiden (wie für Anna Koch und Göran Blomqvist) mit Homewa...
Nach der Premiere sage ich zu Josette Baïz: «Duplex ist wie ein Resümee der letzten Stücke von Preljocaj.» Für die einstige Interpretin von Gallotta ist das Kompliment die Höchststrafe. Baïz arbeitet in Aix-en-Provence, wie Preljocaj. «Er hat also auch ein Stück in einem weißen Raum gemacht?» Nicht nur das. «Duplex», neuester Wurf von Baïz, vereint die Gewalt von...
Zwei Zeichen hat die neu formierte Tanzkooperation Freiburg/Heidelberg gesetzt: Mit der Benennung von Joachim Schlömer als Kurator ist der eher als Opernregisseur brillierende Schlömer auch in Sachen Tanz ans Stadttheater zurückkehrt. Ob er selbst choreografieren wird, bleibt abzuwarten. Als künstlerischer Chauffeur des südwestlichen Reiseballetts dürfte er für...
