Debussys Memorial
Das Beste zuerst. Halb nackt hebt Cynthia Loemij den Arm, kaum dass Taka Shamoto vorüberhuschend im Dunkel wieder verschwunden ist. Leer ist das Théâtre de la Monnaie. Keine Weintraube scheint zur Hand. Nicht ein einziger Ton erklingt. Und doch ist dieser «Nachmittag eines Fauns», der den «Abend eines Tages» präludiert, erfüllt von einer inneren Musik – und jede Geste, jede Pose des halb aufgestützten Oberkörpers von einer Intensität, die im weiteren Verlauf der Vorstellung schmerzlich vermisst.
Ein Augenblick der Vergangenheit. Ein Stück Tanz, akribisch rekonstruiert.
Ausgangsmaterial einer Choreografie, die nach einem Blackout mit Mark Lorimer einen gealterten Faun an die Stelle der emanzipierten Nymphe setzt. Zu Claude Debussys «Prélude à l'après-midi d'un faune» vergegenwärtigt Anne Teresa De Keersmaeker die Geschichte, indem sie sie auf ihre Weise verwandelt: herausgelöst aus der Geschichte, verortet auf einer Bühne, die nicht mehr die Flächigkeit des Originals besetzt, neu dimensioniert wie der Raum, zu dem sie die Zeit kunstvoll ausgeweitet hat. Dekonstruiert, verliert das Stück seine Sinnlichkeit, die es einst zum Skandalon machte. Von allem Begehren befreit, sinkt der Mann ...
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Wenn Lia Rodrigues auf den Balkon ihres Apartments tritt, kann sie den Corcovado sehen, eines der Wahrzeichen von Rio de Janeiro. Die Jesus-Statue segnet mit ausgebreiteten Armen die Stadt – und Lia hat sie täglich vor Augen.
Gávea ist eins der besseren Wohnviertel von Rio de Janeiro. Die schicken mehrstöckigen Häuser sind eingezäunt, natürlich gibt es...
July 5, 2005 – a day like any other at the Gulbenkian Ballet. Rehearsals, talks on the corridors, everything going smoothly. Then the news came. The ballet company had ceased to exist a few hours earlier. Suddenly all rehearsals had to end, commissions were suspended (paid for but never premiered), no more tours, no more shows.
Reactions of incredulity came from all...
«Sieht doch immer gleich aus», lautet eine häufig gehörte Meinung zu Indiens Tanzstilen, von Kathakali mal abgesehen. Dagegen gibt es jetzt ein Rezept. Wir wissen nicht was der Augenarzt empfiehlt, aber wir empfehlen eine Eintrittskarte für «Samanvaya». Da beweisen Alarmel Valli und Madhavi Mudgal, dass Odissi und Bharata Natyam so trennend miteinander verbunden...
