made in bangladesh
Ende November 2014 hatte «Made in Bangladesh» Premiere in Ludwigshafen, im Theater im Pfalzbau. Danach ging das Stück auf Gastspielreise durch deutsche Städte, tourte in Indien, war Ende Januar sogar in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesh, zu sehen, wo es auch entstanden ist. Es wird weiter reisen, weiter seine Kreise ziehen. Und allüberall gibt die Tanzregisseurin Helena Waldmann Interviews. Die Pressemaschine rattert, der Gesprächsbedarf ist offenbar hoch, höher als bei anderen Tanzgastspielen, oder er wird selten so deutlich erkannt wie hier.
Die Nachfrage bestimmt, was geht auf dem Markt. Dieses Stück trägt immerhin einen Titel, der ein Etikett ist und einen benennbaren Inhalt mit sich führt. Und zwar einen, der jedem halbwegs aufgeklärten Bürger etwas sagt, weil er in viele Textilien eingenäht ist und in die Schlagzeilen geriet. Er steht für: Kleidungsindustrie, billige Klamotten.
Der Einsturz
Helena Waldmann arbeitet seit Langem mit Inhalten. Es ist nicht vorhersehbar, was sie sich jeweils als Nächstes vorknöpft und welche Darstellungsform sie dafür entwickelt. Nach dem berührenden Ballett-Solo «Revolver besorgen», das sich mit Demenz befasste, und dem «GlückStück» von 2011 ...
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Tanz Mai 2015
Rubrik: produktionen, Seite 12
von Melanie Suchy
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Auf eine Leinwand projiziert, knarzt der Choreograf VA Wölfl: «Muss ich was sehen? Muss ich was hören? Und wann ist es wichtig?». Die gefilmte Meg Stuart hockt still neben ihrem Leinwand-Solo «Soft Wear» aus dem Jahr 2000. Betrachtet wird es von Pina Bausch, ihr Abbild flimmert aus einem Fernseher. Robert Wilson meditiert derweil über sein «Einstein on the Beach»...
Es ist nur ein winziger Augenblick, der Wimpernschlag einer Bewegung, und doch ändert die Art, wie die Frau ihre Hand flehentlich nach dem Mann ausstreckt, einfach alles: die Beziehung des Paars, die Temperatur des Stücks, den Blick des Zuschauers auf die Szene. Wer Aurélie Dupont in Jerome Robbins‘ Liebestriptychon «In the Night» gesehen hat, weiß, warum die...
