Leonce & Lena
Georg Büchners Drama als Ballett. Das geht. Das geht sogar gut. Bei Christian Spuck, zu Gast am Essener aalto ballett theater
Von Georg Büchners Drama als Ballett. Das geht. Das geht sogar gut. Bei Christian Spuck, zu Gast am Essener aalto ballett theater
Politisch ist sie den Deutschen ein Anachronismus, doch als Quell für Skandälchen, bunte Bildchen und vor allem für high-eventige Hochzeiten noch immer belebend: die Monarchie. Wie die Mehrheit heute, hat schon vor 170 Jahren einer das Königswesen gesehen: Georg Büchner.
Das Ehe-Arrangement als Höchstleistung politischer Intelligenz. Der Adel ein Haufen Party-People, hinter der prima Optik nichts als gähnende Langeweile. Solch luxuriöser Lethargie ist nur durch Wahnsinn beizukommen, zeigte Büchner anno 1836 mit einem Lustspiel und hoffte, mit seiner Idee 300 Gulden zu verdienen, um als politisch Verfolgter im Exil überleben zu können. Er schickte sein Stück zur Preisausschreibung «bestes Lustspiel» der Cotta’schen Verlagsbuchhandlung. Gekrönt wurde ein anderer. Büchner erhielt sein Skript «Leonce und Lena» ungeöffnet zurück. Zu spät eingesendet – man könnte irrewerden darüber.
Alle ein bisschen gaga auch hier, auf der Ballettbühne ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
John Neumeier huldigt unverdrossen seinem Tanzgott Vaslav Nijinsky. Die 100-Jahrfeier der Ballets Russes im kommenden Jahr bietet die willkommene Chance, seine 35. Spielzeit dem Idol zu widmen. Am 19. Mai 1909 gaben Les Ballets Russes im Pariser Théâtre du Châtelet ihren triumphalen Einstand. Nijinsky wurde über Nacht zum Tanzstar im Fokin-Ballett «Le pavillon...
Ein Bild wie aus der Parfüm-Werbung: In teuer aussehender Unterwäsche stehen sich Sandrine Cassini und Fabian Moreira Costa gegenüber. Beide haben soeben ihr weißes Tutu ausgezogen. Sie lächeln sich an, schauen sich tief in die Augen. Olaf Schmidt, Ballettdirektor am Regensburger Stadttheater, lässt in seiner «Schwanensee»-Adaption Prinz Siegfried also nicht in den...
Martin Puttke,
nach dreizehn Jahren als Direktor des aalto ballett theater essen hinterlassen Sie Ben van Cauwenbergh eine funktionierende Truppe. Aber Ihr Repertoire wird er nicht übernehmen. Er übernimmt alle Tänzer und damit eine «hervorragende Truppe», wie er es nennt. Dazu zwei, drei Ballette. Doch mein Nachfolger ist selbst Choreograf und will seine eigenen...
