Agent

Dirk Elwert hat die Seele eines Abonnenten und verkauft den Theatern wenig bekannte Choreografen.

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Leipzig, Alter Markt

Die Touristen speisen unter Sonnenschirmen. Die Welt spricht in allen Sprachen. Das Gemurmel weht wie ein leichtes Tuch durch die Altstadtgassen. Im vierten Stock, obendrüber, befindet sich ein Büro von ausgesuchter Virtualität: ein Computer, ein I-Pad, ein tragbares Telefon, ein Kaffeeautomat. Das reicht. Auch der Name, Culture Partner, weist nicht gerade auf eine spezifische Berufung hin. Dabei handelt es sich um die jüngste Tanzagentur in Deutschland.

Sie vermittelt Kompanien an Gastspielhäuser, vermittelt also das, woran es in den Augen der Kompanien am meisten mangelt: Auftrittsorte.

Dirk Elwert

ist kein Neuling. The.Lab Art & Media, wie er noch in Berlin die Agentur nannte, hat sie alle auf Tournee geschickt: Susanne Linke, Johannes Wieland, Club Guy & Roni. Schluss damit, konstatiert er ohne jeden Groll, «es gibt längst eine neue Generation», und die hat sich «derart weit von ihrem Publikum entfernt», dass sie Gastspielorte mit rund tausend Plätzen nicht füllen kann. Er scheint darüber kein bisschen besorgt. So ist er eben, der zeitgenössische Tanz. Die Alternative heißt nicht Ballett, die Alternative sind fusions: Akrobatischer Tanz trifft Operette, ...

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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Manager, Seite 100
von Arnd Wesemann

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