La Clique
Burlesque hat so viele subtile Konnotationen – alle Schattierungen dieses schillernden Begriffs klingen in der Show «La Clique» an. Auf dem Programm: Körper und Esprit, Striptease und Parodie in einer brillanten Mischung. Es riecht nach Sägemehl und Weimarer Republik, bierfleckigem rotem Plüsch und alkoholisiertem Publikum in einer Kulisse, die mit Klappstühlen, schlampigem Kartenverkauf und uncharmanten Türstehern vollständig improvisiert erscheint.
Wenn man aber endlich unbeschadet drin ist, ist es gar nicht schwer, die Show toll zu finden.
Camille O’Sullivan hat einen großartigen Körper, und wie sie als verführerische, satingewandete Chanteuse glüht, ist mehr als beeindruckend. Obwohl ihre Stimme bisweilen absichtlich am Ton vorbeizielt und ihr Repertoire auch nicht immer erste Wahl ist, denn Marlene Dietrichs «Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt» sollten nur Sängerinnen mit wirklich perfekter Tonlage anfassen. Trotzdem: O’Sullivan bleibt sehr gelassen und bewegt sich verdammt gut dazu.
Auch Captain Frodo hat in seinen beiden Auftritten Starqualität (wir zeigen ihn im Video des Monats auf ballet-tanz.de). Beim ersten manövriert er den ganzen Mann durch zwei unbespannte ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
«Gespenster müssen sich auch mal setzen», findet Nazareth Panadero und klopft einladend neben sich auf die Sitzfläche eines Stuhls. Mit zwei Gläsern in der Hand wendet sie sich verschwörerisch an das Publikum: «Bei Vollmond wird man nicht besoffen.» Aus rauer Kehle, fast verächtlich, stößt sie das Wort «besoffen» hervor. In «Vollmond» gibt die Spanierin, wie in so...
Nachtaufnahme: Sophiensæle in Berlin. Im Untergrund treffen sich die grass roots zum Fokus auf ihre Partikularinteressen. Hinter dem Namensschild Miriam Wolff sitzt die Vertreterin der Gewerkschaft. Verbandspolitik als Freizeitgestaltung nach Trainingsschluss? Vor ihr eine junge Choreografin auf der Stuhlkante. Konzentriert, als höre sie zum ersten Mal von ihrem...
Nicht überall, wo Nureyev draufsteht, ist der ganze Rudi drin. Jedenfalls bei drei Dokumentationen, die Rudolf Nureyevs Direktoren- und vor allem Choreografentätigkeit an der Pariser Oper dokumentieren: Unter dem Titel «The Dancer’s Dream» – nun bei Arthaus, nachdem die Dokus vorher bei TDK erschienen waren – gibt’s einen lehrreichen Blick hinter die Kulissen...
