...im wohnzimmer
Der bekennende Voyeur sucht nach Momenten, in denen sich fremdes Leben manifestiert. Er sucht nichts Spektakuläres, nichts wirklich Fremdes, Aufregendes oder Entblößendes – wenn es nur einen Einblick gibt in ein Paralleluniversum, eine andere Realität, eine Alternative zum Wie und Wo des eigenen Lebens. Der bekennende Voyeur – ist er in fremden Wohnungen zu Gast – sucht nicht nach verborgenen Geheimnissen.
Wenn er einen Schrank öffnet, dann nur, um das Geräusch der Tür in den Angeln zu hören, den Duft einzuatmen, der den Fächern entströmt, die Schattierungen der Gegenstände zu erfassen, die dort aufbewahrt werden. Der bekennende Voyeur lässt die Hochglanz-Wohnzeitschriften mit den Präsentationen von Prominentenhäusern, in denen der Bücherstapel zur Tapetenfarbe passt, links liegen und vertieft sich in Magazine wie «apartamento», in denen das tägliche Chaos und der Reiz permanenter Provisorien gefeiert wird. Er nimmt jede
Gelegenheit wahr, die Wohnungen anderer Menschen zu betreten, um Blumen zu gießen, die Katze zu füttern oder – eine Aufführung zu besuchen.
Seit ein paar Jahren findet Theater mit großem Erfolg auch in Privathaushalten statt. Die Kanadierin Sarah Chase betanzte vor ...
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Tanz Juli 2011
Rubrik: ideen, Seite 56
von Katja Schneider
Alvin Ailey wäre nicht so präsent in Europa, wenn es ihn nicht gegeben hätte: Michael Brenner, Gründer und zuletzt einer der vier Geschäftsführer von BB Promotion. Er hat sich, dem Ratschlag seines Agentenfreunds Paul Szilard vertrauend, für den amerikanischen Choreografen stark gemacht und nicht nur für das Alvin Ailey American Dance Theater, sondern auch für...
Für eine Autobiografie fehlte ihm die Zeit. Aber Zeugnisse seiner Freundschaft gibt’s zuhauf. Ria Schneider hat nicht wenige davon gesammelt und im großzügig ausgestalteten Buch «Erinnerungen an José de Udaeta» zu einer Dankesgabe gebunden. Von Brita Adam bis Tomás Zybura reicht die Liste von insgesamt 88 Autoren, die mal beredt, mal weniger beredt Auskunft geben...
Für eine Heilige wärees das ungünstigste Rating, nach amerikanischen Maßstäben die Sünde selbst. «XXX» ist nicht jugendfrei. In Halle und Dortmund, den bislang einzigen Tourorten dieses frei produzierten Tanzoratoriums, durfte man auch unter 18 rein, weil sich zumindest choreografisch die Barockmusik von Domenico Scarlatti und Georg Friedrich Händel durchaus...
