Der Ballettarchitekt
An Marius Petipa kommt man nicht vorbei. Er ist eine der zentralen Figuren der Ballettgeschichte. Dafür spricht allein schon die Tatsache, dass der Begriff «Ballett» häufig als Synonym für eine seiner Kreationen verwendet wird. Wer «Ballett» sagt, meint nicht selten «Schwanensee», «Paquita» oder «La Bayadère».
Beeindruckend ist auch Petipas bewegte Biografie. 92 Lebensjahre, in denen sein Weg von der Geburtsstadt Marseille über Stationen in Frankreich, Belgien, Spanien und Amerika schließlich für über ein halbes Jahrhundert an das Sankt Petersburger Mariinsky-Theater führte.
Vom Ersten Solisten arbeitete er sich zum Ersten Ballettmeister, zum Direktor des Kaiserlichen Balletts empor. Vor allem aber brachte er die Gattung Ballett entscheidend voran.
Marius Petipa verbindet die Reinheit des aus Frankreich kommenden klassischen Tanzes mit der Virtuosität italienischer Provenienz. Auf der Basis dieser Synthese entwickelt er seine eigene unverwechselbare Tanzsprache. Er definiert die zentrale Rolle der Primaballerina und denkt die Funktion des Corps de ballet völlig neu. Petipa ist ein Ballettarchitekt ersten Ranges. Dabei beeindruckt mich immer wieder, wie sehr er sich selbst über ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz März 2018
Rubrik: Menschen, Seite 30
von Christian Spuck
Man hat einen Plan. Man reflektiert Fragestellungen, erwartet Resultate. Aber: «Das Grundproblem besteht darin, dass man nicht genau weiß, was man nicht weiß.» Das sagt eine Koryphäe des Ergründens und Fragens, der Molekularbiologe und Wissenschaftshis-toriker Hans-Jörg Rheinberger. Und weiter: «Was wirklich neu ist, ist definitionsgemäß nicht vorhersehbar, es kann...
«Am 9. September des Jahres 1825 verschied Johannes Elias Alder, unehelicher Sohn des Kuraten Elias Benzer und der Agathe Alder, genannt Seffin.» Der Tänzer Lorian Mader liegt als toter Johannes Elias Alder auf dem «wasserverschliffenen Stein». Gestorben ist er an Schlafentzug, begraben unter Blättern mit Noten, die das verhinderte Musikgenie nie zu lesen gelernt...
Rafaële Giovanola, die Bonner Company CocoonDance ist zur Tanzplattform eingeladen. Glückwunsch von uns allen hier am Tisch.
Giovanola: Ich freue mich sehr darüber, danke. Es ist eine Bestätigung dafür, dass man sich weiterentwickelt und dies auch wahrgenommen wird. Aber es ist nur eine Momentaufnahme.
Weil es höheres Ziel gibt?
Giovanola: Ein großes...
