Der Intendantenklub
Bald wird das alles der Vergangenheit angehören – das winzige Büro mit den stoffbespannten Wänden («in eigener Regie verschönert»), der Besprechungsraum nebenan («viel Buch auf wenig Regal»), überhaupt der ganze Flügel im Verwaltungstrakt der Berliner Staatsoper, in dem das Berliner Staatsballett residiert. Denn die Tänzer und ihr liebevoll «Vladi» genannter Chef (Klarname Malakhov) wandern westwärts ins Schiller-Theater.
Die Frau, die das alles unter ihren Fittichen hat – «drei Baustellen, Umzugslogistik planen» und nebenbei noch künftige Inszenierungen vorbereiten –, heißt Christiane Theobald und ist die stellvertretende Intendantin des Staatsballetts. Auf dem Papier. In Wahrheit ist die elegante Brünette ein Allround-Talent, eine besessene Netzwerkerin, die sich zu nachtschlafener Zeit mit mind-mapping sessions vergnügt – allein, versteht sich. Im stillen Kämmerlein tüftelt Christiane Theobald aus, wer einen adretten Kooperationspartner für die Truppe abgeben könnte oder wie sich der Regierende Bürgermeister (alias Wowi) als Schirmherr ihres nächsten Coups gewinnen ließe. Wenn diese Frau sich überhaupt je einen Korb holt, wird sie das als prickelnde challenge begreifen. Weil ...
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«Ich werde ein paar Tage in Athen sein, ich habe ein wenig Zeit, lass uns treffen!», sagte ein deutscher Freund, der unsere Hauptstadt nach langer Zeit wieder besuchen wollte.
«Gern», sagte ich, «wo willst Du mich treffen?»
«Lass uns in das Café gehen, in dem wir früher oft waren.»
«Ja, warum nicht», sagte ich, hatte ihn aber unterbrochen.
«Gibt es das noch?», hörte...
Die Tanzszene in Mecklenburg-Vorpommern ist relativ groß, obwohl allein am Staatstheater Schwerin ab der Wende bis 1995 ganze 170 Stellen gestrichen wurden. Mit drei Positionen weniger gegenüber den 18 zu Zeiten von Joachim Ahne 1991/92 kam das Ballett aber eher glimpflich davon. Seit 2004 trainiert es Jens-Peter Urbich und arbeitet mit Gastchoreografen; Dominique...
«Grauenvoll, schrecklich, un-er-träg-lich!» Empört verlässt die Zuschauerin das Opernhaus in Düsseldorf. Einen Studenten, der ihr einen Werbeflyer für ein Konzert entgegenstreckt, blafft sie an: «Hoffentlich muss man da nicht so schreckliche Musik hören wie hier. Mir tun jetzt noch die Ohren weh.» An der U-Bahn-Haltestelle trifft sie auf eine andere...
