In Transition
«Balletttänzer ist ein schwerer Beruf.» Als 17-jähriger Ballettstudent an der Münchner Heinz-Bosl-Stiftung hörte ich diesen Satz das erste Mal und hatte keine Vorstellung davon, was genau damit gemeint war. Dass die körperlichen Anforderungen durchaus beachtlich sein würden, war mir bewusst. Jedoch erschien mir die Zukunft, so ich den Schritt vom Studenten zum professionellen Balletttänzer meistern sollte, als glückliche und nie enden wollende Erfüllung meines Kindheitstraums.
Auf meine Nachfrage, was denn genau damit gemeint sei, antwortete mir die große Konstanze Vernon damals, dass der Tänzerberuf eine sehr intensive und beglückende, aber auch eine sehr kurze Laufbahn sein würde. Mit spätestens Ende 30 ist es vorbei, und es wird sehr schwierig sein, einen zweiten Beruf zu finden, der ähnlich viel Hingabe erfordert – so formulierte es Konstanze Vernon. Doch aus meiner damaligen Sicht waren die vor mir liegenden 20 Jahre ein ganzes Leben, und ich fand es abwegig, diese Zeitspanne als kurz zu bezeichnen. Ich wollte tanzen, und ich habe getanzt – mit Leidenschaft. Dann fiel irgendwann der letzte Vorhang, und ich musste unweigerlich an Konstanze Vernon und ihre Einschätzung denken.
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Tanz Februar 2019
Rubrik: Hinter den Kulissen, Seite 62
von Michael Banzhaf
Sein Blick geistert am Rande des Irrsinns, flackert auf und erlischt mit dem Ein und Aus eines Atemzugs. Sechs Hände greifen nach dem Kind, das sich in seine Halsbeuge schmiegt, Stimmen flüstern, locken … «gar schöne Spiele spiel’ ich mit dir». Kein Erbarmen, kein Entrinnen. Der Vater verliert den Sohn an die Dämonen, die im nachtschwarzen Wald ihr Unwesen treiben:...
Bislang galten Kreuzfahrten allenfalls als Domäne für Gesellschaftstanzlehrer, Show Acts oder Profipaare, die irgendwann eine Weltmeisterschaft gewonnen hatten. Jetzt erobert das Ballett die Queen Mary 2: gut 1300 Kabinen, Platz für über 3000 zahlungskräftige Kunden und noch einmal halb so viel Personal. Wenn das Flaggschiff der Cunard Line am 11. August in...
Hongkong ist die am dichtesten besiedelte Stadt der Welt. Acht Millionen Menschen leben entlang der 263 Inseln am Perlfluss-Delta. Die Geschäftigkeit in den Zentren Hongkongs wirkt zwischen den eng stehenden Hochhausriesen wie ein durch Röhren schießender Strom, in dem es keinerlei Nischen und niemals Ruhe gibt. Die Masse wird geschleust, dirigiert und ständig vor...
