bonn: fabien prioville «nous»
Als Fabien Prioville bei der letztjährigen Tanzplattform sein erstes abendfüllendes Stück zeigte, «Jailbreak Mind», gingen die Meinungen auseinander. Im besten Fall diskutierte man, wie man sich heutzutage mit Mitteln des Tanzes plus Video und Sound einem Thema widmen kann, das weit außerhalb des Tanzes liegt: so etwas Gewalttätiges, Siege verheißendes wie ein Computerspiel. Prioville gewann. In «Nous», das der Franzose im tanzhaus nrw als Männertrio herausbrachte, geht es wieder um begrenzte Welten. Doch die Illusion einer Aufgabe oder Rolle fürs suchende Ich gibt es hier nicht.
«Wir» meint der Titel: Die drei oben gewinkelten Stangen auf der Bühne deuten ein Lager oder eine Staatsgrenze an. Ein Gebüsch aus Stacheldraht hat sich in den Hintergrund gerollt, das Grillenzirpen hört sich an wie Nacht und Hitze. Die drei Männer – Prioville, Moo Kim und Paolo Fossa – kommen nicht weg und versuchen es auch nicht. Als hätten sie sich hier wortlos eingerichtet, während Naoko Tanaka (siehe Seite 28) per Video schwarze und weiße, dicke und dünne Linien auf die Rückwand strichelt und Wetter macht. Erst tragen die Tänzer Kuhglocken um die Hälse, wie Vieh. Bald baumeln die Glocken zwischen den ...
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Tanz Mai 2011
Rubrik: kalender, Seite 38
von Melanie Suchy
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