Euro-Scene Leipzig
Euro-Scene Leipzig ist ein Festival voll Sonnenwenden, dessen Highlight ein «Stillleben» ist. So nennt der Berliner Choreograf Jo Fabian sein Stück, in dem die Zeit nicht nur angehalten wird, sondern der Wirklichkeit zuwiderläuft. Nichts ist, was es scheint, wenn «künstliche, programmierte Schauspieler», Annegret Thiemann und Matthias Horn, sich vor dem schwarz gepunkteten weißen Hintergrund als menschliche «Atavare» (wie Fabian sie nennt) abheben. «Polka Dot» heißt ein Textildesign aus dem England des 19.
Jahrhunderts, das ein 3D-Bild des holländischen Malers Rob Steenhorst bis ins Detail mustert: Ein «traumatisches Tableau», wie Fabian meint, mit einem Dalmatiner zur Rechten und einer Blutlache im Zentrum. So absurd dieses Theater auf den ersten Blick scheint: Es ist bei aller kriminalistischen Spannung im höchsten Maß komisch. Selbst als DVD-Mitschnitt besticht es durch ein choreografisches Raffinement, das bei aller Künstlichkeit etwas stets sehr ungewohnt Kunstvolles erkennen lässt. Wer das reale Theaterereignis am 7., 8. Nov. auf der euro-scene Leipzig versäumen muss, kann bedauert werden – oder beruhigt: «Polka Dot» gibt’s als DVD bei jofabian.de
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