Martine Dennewald, erreicht ein Festival wie die «Theaterformen» wirklich ein anderes Publikum als herkömmliche Theater?
Ja, das weiß ich sogar relativ genau, weil es dazu Befragungen gab. Ich weiß, dass mein Publikum im Schnitt zwanzig Jahre jünger ist als das Publikum der Stadt- und Staatstheater. Ich weiß, dass wir eine große Anzahl von Menschen locken, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen, und ich weiß, dass das Publikum nur selten aus Braunschweig kommt, wenn die «Theaterformen» in Hannover stattfinden, und umgekehrt.
Denn sie wechseln jährlich zwischen den beiden Städten. Die nur 70 Kilometer auseinanderliegen. Die Ignoranz erklärt sich aus historischen und sportlichen Rivalitäten, trotz Shuttle-Bus.
Liegt es vielleicht daran, dass den «Theaterformen» der angesagte Name fehlt, der für eine Saison auf möglichst vielen Festivals die Runde macht?
Sobald irgendeine Berühmtheit auftritt, höre ich im Journalismus sofort, wie fatal das für die Festivallandschaft sein soll. der Vorwurf kommt aber nie vom Publikum. Das reist nicht viel, und das gilt auch für die allermeisten Journalistinnen und Journalisten. Was das Publikum wirklich mag, das entscheidet sich stets erst am ...
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Tanz Juli 2019
Rubrik: , Seite 50
von Arnd Wesemann
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