Emanuel Gat
Emanuel Gat erzählt davon, dass ihm bei seinem Stück «Hark!», das er im Frühjahr für das Pariser Opernballett kreiert hat, Laurent Hilaire assistierte: «Der hat bei der Uraufführung von Bill Forsythes ‹In the Middle, Somewhat Elevated› getanzt.» Es schwingt Ehrfurcht in seiner Stimme mit, wenn er das sagt. Sein Erfolg bei den Parisern muss in der Ballettwelt als Ritterschlag gelten. Aber Emanuel Gat gibt sich nüchtern: «Das kann gut oder schlecht für die Karriere sein. Du tust, was du tust. Entweder du schaffst es, oder du schaffst es nicht.
» Die Erfahrung mit dem Opernballett und seiner 400 Jahre alten Tradition sei jedenfalls anthropologisch sehr speziell und mit nichts, was er vorher erlebt hatte, vergleichbar gewesen: «Ich fühlte mich wie in einem Zeittunnel. Jetzt würde ich wissen, wie ich damit umzugehen hätte, würde direkt zum Punkt kommen und nicht erst lernen müssen, wie diese Kompanie funktioniert. Dort herrschen Gesetze wie zu Zeiten von Ludwig XIV. samt einer strengen Hierarchie.» Und nun fällt der Satz, den man von Gat immer wieder in verschiedenen Zusammenhängen hören wird: «Ich denke nicht in solchen Kategorien.» Hier bezieht sich das auf Tänzerinnen, die auf ihre ...
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