ballett-intendant: kevin o‘day
Sein Vertrag lief nur noch bis zum 8. September, dann hätte Kevin O’Day komplett neu verhandeln müssen – doch neuerdings ist der bisherige Ballettchef nun sogar Ko-Intendant des Nationaltheaters Mannheim, eines urdeutschen Fünfspartentheaters mit immenser Tradition. 1785 hob es Friedrich Schillers skandalumwitterte «Räuber» aus der Taufe, seine Tanzgeschichte reicht bis in die Noverre-Zeit zurück. Entsprechend konservativ wurde bis dato operiert. Zumal hinter den Kulissen noch immer der einstige Generalintendant Ulrich Schwab in Sachen Förderverein und Stifter die Fäden zieht.
Ausgerechnet diese so hierarchiegewohnte Bühne hat sich zum 1. März eine Ungeheuerlichkeit namens «Mannheimer Modell» geleistet. Kevin O‘Day ist nun einer von fünf Spartenchefs, die das Haus in einem – aber hallo! – Kollektiv führen. Bis 2016, also bis knapp an die Grenze zur eigenen Unkündbarkeit, kann O‘Day nun zeigen, dass das Ballett gut auch ohne die bisherigen Direktiven der Generalintendantin Regula Gerber auskommt. Deren Erkrankung im vergangenen Sommer hatte eine Palastrevolution heraufbeschworen, die Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) persönlich anführte. Die SPD besiegte die CDU, der Ballettchef ...
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Tanz April 2013
Rubrik: menschen, Seite 30
von Arnd Wesemann
im mai: le sacre du printemps_____
ist ohne Zweifel das Ballett des 20. Jahrhunderts. Am 29. Mai 1913 im Théâtre des Champs Élysées vorgestellt, ist es nicht etwa deswegen in die Annalen eingegangen, weil die Umstände seiner Uraufführung von allen Beteiligten als ein Skandal empfunden wurden. Strawinskys Musik, seinerzeit nicht unbedingt zur Freude des Komponisten...
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