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Daniela Kurz: Rauschraum
Der Tanz scheint vielerorts mitten in der Gesellschaft angekommen zu sein. Vielfach aus den Theaterräumen ausgezogen, ist er in den öffentlichen Raum eingezogen und sucht dort sein Publikum. Dabei hat er neue Inhalte für sich erobert. Getrieben vom Event-Zeitgeist der Informationsgesellschaft, verliert er sich inzwischen zunehmend in einer immer raffinierter ausgeklügelten Virtuosität und wird so Teil des Spiels, das er eigentlich infrage stellen wollte.
Aufwühlende, provokante, drastisch schockierende Bilder sollten in der Tanz- und Theaterarbeit des 20. Jahrhunderts Konflikte sichtbar machen und gesellschaftliche Debatten anregen. Doch die Allmacht der digitalen Bilderflut des 21. Jahrhunderts schwächt diesen Diskurs, die Theaterbilder erscheinen wie Abzieh-Tattoos, die nicht mehr unter die Haut gehen. Kann ein Publikum, das seine Existenz in den virtuellen Raum kopiert und dort die Gewalt der globalen Bilderströme «teilt», sich noch auf die Bilder des Theaters einlassen und aus ihnen schöpfen? Werden dem Tanz durch diese digitalen Fluten nicht gerade die Bilder vorweggenommen, die er so dringend selbst braucht, um am Puls der Zeit die ihm eigenen Akzente zu setzen und seine ...
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Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Raum für Visionen, Seite 110
von Daniela Kurz
Tanz wird immer ein direkter Ausdruck von Emotionen und gesellschaftlichen Strömungen bleiben. Deshalb denke ich auch, dass der Tanz in Zukunft vielfältiger wird, weil die Gesellschaft durch die Globalisierung von unterschiedlichsten Einflüssen geprägt wird. Das ist eine große Bereicherung für den Tanz wie für unsere Gesellschaft – wenn wir es als Chance...
Sie hätte Milena Jesenská verkörpern sollen, «ein lebendiges Feuer, wie ich es nie gesehen habe», so Franz Kafka einmal in einem Brief an Max Brod. Bekanntlich ist es zu dem «Kafka»-Ballett von Marco Goecke in Stuttgart nicht gekommen, und das ist schon deshalb bedauerlich, weil Jessica Fyfe so ganz und gar der Vorstellung Kafkas entspricht: Sie ist «äußerst zart,...
Wir kennen die 67er-, 68er-Bewegung, wir kennen die Entwicklung zur RAF. Ich war sozialistisch-kommunistisch in Österreich erzogen worden, war in Köln in der marxistischen Bewegung, habe Ernst Bloch kennengelernt. Und ich habe, als Tänzer, mit George Balanchine, mit John Cranko, mit Maurice Béjart, mit Agnes de Mille, diesen großen Choreografen gearbeitet. Ich...
