chefsache
Wie kann das Tanztheater im Stadttheater-Betrieb seine Eigenheiten verwirklichen, originelle Wege gehen und neben den anderen Sparten, neben Schauspiel, Oper, Orchester, ein selbstständiges Profil gewinnen? Ist es überhaupt möglich, dieser Sparte eine größere Bedeutung zu geben und diese Kunstform so zu stärken, dass sie auch in der öffentlichen Wahrnehmung gleichberechtigt neben den anderen bestehen kann? Welche Art von Tanztheater ist richtig für eine Stadt, welche Konzepte werden hierfür gebraucht, und wie groß ist eigentlich das Publikum für zeitgenössischen Tanz?
Projek
te oder Neuanfang?
Diese Fragen stellten sich mir, als ich vor fünf Jahren die holländische Choreografin Nanine Linning ans Theater Osnabrück engagierte. Wir hatten uns in Rotterdam kennengelernt, und sie hatte sich überzeugen lassen, ihre vielversprechende Karriere an einem deutschen Stadttheater fortzusetzen. Schon in Osnabrück erlangte das Tanztheater große Aufmerksamkeit, was an Nanine Linnings außergewöhnlichen Choreografien lag und an ihrem Ensemble. Ihre wohl faszinierendste Produktion während dieser Zeit war «Requiem», ein Tanzabend, der eine Symbiose zwischen bildender Kunst und den Körpern der Tänzer ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz August/September 2014
Rubrik: ideen, Seite 88
von Holger Schultze
Freundlich, bubenhaft und sehr eloquent – so begegnet einem Monsieur Charmatz, gerade 41 Jahre alt und zum dritten Mal Vater geworden. Unter den zeitgenössischen Choreografen ist er der Utopist und Ermöglicher, jemand, der Glück und Esprit künstlerisch in Bewegung hält und zusammen mit anderen Performern auf ungewohnte Bahnen lenkt. Seine Spielfreude schließt das...
Jüngst uraufgeführt durch das Ballet National de Marseille, ist Richard Siegals «Metric Dozen» auch ein Lehrstück über den Umgang mit Tänzern. Denn bevor drei akustische Peitschenhiebe ins völlig verdunkelte Silo einfahren, eine wegen der schlechten Sicht wenig tanzgeeignete Allzweckhalle am ehemaligen Hafen von Marseille, bevor einzelne Spots die ersten beiden in...
Bournonville. Das dänische Ballett. Das sind lange Röcke aus einer Zeit, als offene Gaslampen am Bühnenrand die weich fließenden Musselin-Stoffe bisweilen in Flammen aufgehen ließen. Aus den Leuchten wurden tödliche Fallen für Tänzerinnen, die als lebende Fackeln vor dem Zuschauer verbrannten. Trotzdem blieben diese weißen langen Röcke der Inbegriff des...
