sprachlos...
wie der Tanz ist, könne er Gefühle doch weit umstandsloser ausdrücken als jede Beschreibung. Das Wort durch die Tat zu ersetzen, das war in jeder Blütezeit des Tanzes sein stärkstes Argument. Als vor zweihundert Jahren der Tanzreformer Jean Georges Noverre starb (Seite 56), hatte man begonnen, literarische Meisterwerke in Tanz zu übertragen, in einer Zeit, die dem gesprochenen Wort politisch misstraute. Dagegen sprach die Glaubwürdigkeit des handelnden Körpers ganze Bände.
In Hannover wurde ein rhetorisch hoch komplexes Werk, Choderlos de Laclos’ Briefroman «Gefährliche Liebschaften», zur Grundlage eines Balletts (Seite 8). Und in Dortmund versucht man, große Stoffe der Weltliteratur zu aktualisieren – nach «Krieg und Frieden» gibt es nun ein Ballett nach Shakespeares «Hamlet» (Seite 12). In beiden Fällen scheint es, als könne man die Sprache, die aus körperlicher Erfahrung entsteht, einfach so in den Körper wieder zurückverpflanzen.
Dabei ist das Literaturballett, wie die Literaturverfilmung, wirkliche Kunst. Viele Worte werden in einem Bild so verdichtet, dass man kaum noch Worte braucht. Soeben zeigte die Tanzwissenschaftlerin Susanne Foellmer in ihrem Versuch einer ...
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Die Studienstiftung des Deutschen Volkes ermöglicht erstmals, dass auch Tanzstudenten in den Genuss eines Stipendiums kommen. Leiter von Tanzhochschulen haben jährlich die Möglichkeit, die zwei besten ihrer Studierenden vorzuschlagen. Die nominierten Kandidaten präsentieren einer unabhängigen Fachjury zwei bis drei Szenen und sich selbst in einem Gespräch....
Sie war noch lange nicht 18, da hat sie Vladimir Malakhov vom Fleck weg als Erste Solistin ans Berliner Staatsballett engagiert. Acht Jahre ist das her. Inzwischen ist Polina Semionova so populär, dass man für einen Buchtitel getrost auf ihren Nachnamen verzichten kann. Auf 250 Seiten passt ihr Werdegang bereits, obwohl sie «einfach keinen Ballettkörper» hatte –...
Die größte Fotoschau in Spanien heißt «PhotoEspaña». Sie ist keine Messe, sondern eine Kunstschau, die überall in Madrid in Museen, Galerien und Kulturräumen zu sehen ist. Einer dieser Orte heißt Canal de Isabel II, ein siloartiges Gebäude. Dunkel und kühl ist es drinnen, die Augen benötigen einen Moment, um sich zu gewöhnen. Kleine Lampen beleuchten riesige,...
