Stichprobe: Die Nurejew-Gala

in München

Tanz - Logo

Wumm, wieder ist ­einer gelandet! Ein echter Kontrapunkt zum leisen Tschaikow­­sky und dem sanft pastellenen Licht. Die Bretter des Prinzregententheaters sind berüchtigt für ihre Percussion-Akustik. Für Tanz eingeschränkt geeignet. For what goes up, must come down. Bei der Nurejew-Hommage «Thank you, Rudy!» lief vieles nicht glatt.
Vergessen wir das Rätselraten um die Programmfolge. Ob «Dornröschen» zuerst oder «Romeo und Julia» vielleicht – is doch wurscht. Hauptsache die Musik geht los und da stehen zwei Tänzer.

Gut, auch ein Einsatz kann mal daneben gehen, kein Beinbruch. Doch, denn Ballett verzeiht nicht. Es ist entweder grandios oder lächerlich. Es läuft wie geschmiert oder riecht nach Pro­vinz­zirkus. Wir sind im 21. Jahrhundert; das Publikum kann sich den Original-«Rudy» jederzeit auf den Bildschirm holen, ohne Abstriche bei der eigenen Bequemlichkeit oder der Qualität der Darstellung. Live muss besser sein.
Wenigstens besser als hier. Im Prinze rattert die Illusionsmaschine gefährlich laut. Einführung: warme Worte vom früheren Nurejew-Manager Luigi Pignotti. Bio-Clips und Rudy-Tanzvideo-Splitter aus der Zeit vor Super 8. Das ist rührend. Die Conférencière flüchtet ohne ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2006
Rubrik: on stage, Seite 43
von Katja Werner

Vergriffen
Weitere Beiträge
Paulo Ribeiro

They said he could not do it, that it was too late and his body was not right for movement. He responded by developing a path that has its origin in memory and the continuous redoing of the movement. Paulo Ribeiro, one of Portugal’s most important choreographers, reacted to criticism with choreographies that deconstructed the Portuguese “fado“ with tense humour and...

John Neumeier

John Neumeier hat eine Stiftung gegründet. Sie soll seine einzigartige Trias von privater Tanzsammlung, choreografischem Werk und Ballettzentrum mit Schule sichern und seiner zweiten Heimatstadt Hamburg erhalten. Seit 1973 leitet der Amerikaner aus Milwaukee das Hamburg Ballett und führte es zu Weltruhm. Seine Wohnung mit etwa 27 000 kostbaren Büchern, Stichen und...

"Subtitles"

In der knappen Stunde entwickelt sich eine Beziehung, die ihre sprachliche Begrenztheit überwindet. Christina Ciupke, Choreografin aus Berlin, hat sich noch nie mit einer schieren Selbstverständlichkeit zufrieden gegeben, und der Blick auf den eigenen Körper stellte mehr als die persönliche Wahrnehmung infrage. Auch bei Subtitles, einem choreografischen Dialog mit...