nervenkitzel
Der Tänzer und Choreograf Richard Siegal, der in Berlin und Paris lebt und weltweit arbeitet, nennt seine interdisziplinäre Plattform zur Recherche und Produktion von visuellen Medien, Tanz und Performance «The Bakery». Das klingt zunächst einmal nach Handwerksbetrieb, ist aber ein Ideen-Labor mit wechselnden Mitarbeitern wie Designern, Architekten und Komponisten.
Die Reibung von bodenständigem Pragmatismus und tief gründelnder Intellektualität brachte bislang ein vor Spannung vibrierendes, sinnliches Œuvre hervor, das gleichermaßen ein junges Club-Publikum wie auch saturierte Ballettgänger in traditionellen Opernhäusern elektrisiert. Jüngster Coup ist die «Ruhrtriennale»-Produktion «Model» mit Tänzern des Bayerischen Staatsballetts, die bereits im April das dreiteilige «Portrait Richard Siegal» im Münchner Nationaltheater bestritten. Zwischen Tellerklappern und Besteckklirren lässt Richard Siegal dort seine perlenden Gedanken in die fettige Luft der Opernkantine sprudeln.
Richard Siegal, in einem Ihrer jüngsten Stücke – «In a Landscape» im Rahmen des «Portrait»-Abends – benutzen Sie elektronische Musik, der John Cages gleichnamiges Klavierstück zugrunde liegt. Man hört bei aller ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: Wahrheit, Schock, Nervenkitzel, Seite 77
von Eva-Elisabeth Fischer
«Wow, diese Szene war echt stark, richtig ekelhaft!» – «Ja, schrecklich – mir ist schon vom Zusehen schlecht geworden.» Ein Gespräch, aufgeschnappt im Haus der Berliner Festspiele beim Festival «Foreign Affairs 2015», am Rand der 24-Stunden-Performance «Mount Olympus» von Jan Fabre/Troubleyn. Die Gesprächspartnerinnen scheinen ihren Ekel und ihren Schrecken...
Sie wirkt meist zart und zurückhaltend. Aber sobald sie auf der Klaviatur einer «Kameliendame» spielt, blitzen Sinnlichkeit und Erotik auf
Auf den ersten Blick ist sie unscheinbar zart. Sobald aber Alina Cojocaru zu tanzen beginnt, kann man die Augen nicht von ihr lassen, zwingt ihre Kunst geradezu zum Hinschauen. Zum Hinhören. Mit ihrer ungemeinen Musikalität...
Er hat das, was einen Tanzkünstler einzigartig macht: eine unverwechselbare Signatur. Sie kennzeichnet seine surreal vibrierenden Wunderwerke – der Zeit, des Raums, des Körpers
Aus Wuppertal zu stammen, kann für einen Choreografen eine Bürde sein. Zu übermächtig ist Pinas Schatten, aber mit dem gesunden Eigensinn des Bergischen Landes hat Marco Goecke seine...
