Amanda Miller: "Fair is Fool and Fool is Fair"
«He loves me» wiederholt Amanda Miller mit entrückter Stimme in ihrem abgewetzten, schwarzen Tutu. Und kratzt sich heftig am Körper, als wollte sie ihn mundtot machen. «Ich bin nie von einem Mann verlassen worden», bilanziert Kate Strong im abgeschnittenen, weißen Tutu. Und knetet das ihr widersprechende Fleisch. Die Auftritte der ehemaligen «Top-Tänzerinnen» im «Schwanensee» sind Vergangenheit. Der Vorhang ist gefallen, die Kostüme abgetragen.
Die Freundinnen, beide 44 Jahre alt, trafen sich vor über zwanzig Jahren bei William Forsythe in Frankfurt und sind sich seitdem künstlerisch und offenbar auch menschlich einander nah. Jetzt denken sie mit überwältigender Präsenz über das Leben, die Liebe und den Tod nach. Wie zwei Engel, die, etwas besorgt, über das Schicksal anderer sprechen. Die eine, Miller, zunächst unter dem Bühnenhimmel schwebend, die andere auf der Erde.
Als wär’s ein Märchenspiel von Shakes-peare, bewegen sich die beiden Frauen in einer magischen Sphäre zwischen Diesseits und Jenseits. Der Titel des Balletts ist Shakespeares «Macbeth» entlehnt. «Foul is Fair and Fair is foul» bedeutet soviel wie «nichts ist, wie es scheint». Die beiden Tänzerinnen erinnern ein wenig ...
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