rubato
Mitte April
Wir sind seit dem 21. März hier, um ein Projekt vorzubereiten, das sechs chinesische Tänzer aus vier Städten und Provinzen für zunächst zwei Monate zusammenbringt. Sie alle sind nicht oder nicht mehr in festen Tanzkompanien beschäftigt, haben sich irgendwann in den letzten zwei Jahren entschieden, «frei» in China als Tanz-Performance-Künstler zu arbeiten. Das ist, ohne jeden Zweifel, ein noch härteres Brot als in Europa. In diesem Bereich gibt es kaum Strukturen, geschweige denn öffentliche Förderung.
Weil wir selbst seit 15 Jahren immer wieder in China waren, um aufzuführen, Stücke zu choreografieren oder zu unterrichten, kannten wir die meisten der sechs von uns angesprochenen Künstler. «Pochende Zeit, so schnell_Körper China» lautet der Arbeitstitel. Unsere These ist: Die Körper bilden die Oberfläche, in die die Kultur sich einschreibt. Die Körper zeigen Reaktionen, wenn ein kultureller Wandel stattfindet, vor allem bei diesem Tempo, mit dem er sich China vollzieht. Wie kann man ihn dokumentieren?
Allen sechs Tänzern schickten wir Ende 2009 einen ausführlichen Katalog, mit dessen Hilfe sie Eltern, Freunde, Kollegen, Arbeiter, Angestellte etc. befragen, Fotos ihrer ...
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