Mannheim: Kevin O’Day «Alpha – Omega»
Kitsch? Das könnte denken, wer Kevin O’Days Ensemble am Mannheimer Nationaltheater zum ersten Mal in «Alpha – Omega» tanzen sieht. Ein Kinderchor begrüßt die Zuschauer mit jenseitig schönem Gesang; aufgereiht an einem Becken, das Saal und Bühne trennt, wirken die 32 jungen Sänger im Spiegel des Wassers tatsächlich fern wie Engel. Hinter ihnen heben sich Tänzer empor, um aus einer langen Röhre Sterne zu angeln, die sie im Raum verteilen. Ihre Kleider waren wohl einmal von unschuldigem Weiß. Jetzt sehen alle aus wie Bräute, die lange unterwegs waren und zu viel Staub schluckten.
2002 übernahm der Amerikaner Kevin O’Day das Ballett am Nationaltheater. Nachdem 14 Spielzeiten später sein Vertrag nicht verlängert wurde, startet er nun in seine letzte Saison und zeigt mit «Alpha – Omega» die letzte Produktion als Mannheimer Tanz-Intendant. Und die ist dramaturgisch klug konzipiert und von der Offenheit, mit der O’Day von Beginn an die Neugierde seines Publikums zu wecken wusste.
Viele Mannheimer Künstler konnte er im Lauf der Jahre für die Zusammenarbeit mit dem Ballett gewinnen; für «Alpha – Omega» erstmals den Fotografen Peter Schlör. Auch der Kinderchor des Nationaltheaters gibt hier ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Dezember 2015
Rubrik: Kalender, Seite 34
von Andrea Kachelrieß
auditions
Staatsballett Berlin sucht Tänzer (m/w) mit klassischer Technik ab der Spielzeit 2016/17
Audition (nur nach Einladung): 10. Januar 2016
Lebenslauf und Foto (keine Videos/DVDs) bis 15. Dez. an ballett@staatsballett-berlin.de
Tanzcompagnie Konzert Theater Bern
is looking for dancers (f/m), guest dancers and apprentices classical and contemporary dance...
Ballettmusik erklingt häufig auch jenseits der Bühne im Konzertsaal. Strawinskys «Le Sacre du printemps» ist selbst ohne Tanz ein Repertoireknüller. Aber zeitgenössische Kompositionen, die gar nicht für das Theater geschrieben sind, erreichen das Publikum bisweilen leichter, wenn sich ein Choreograf ihrer annimmt. Zumal dann, wenn es jemand wie Wayne McGregor ist,...
Five-six-seven-eight. Und Hüfte Hüfte Hüfte! And sexy, sweet and charming! Ironische Emphase, wildes Gefühl: Ein Ensemble verbreitet pure Begeisterung. Zehn Tänzer zur Reihe quer über die Bühne aufgestellt, mit dem Ur-Schrei des Tanzes angezählt, auf die «eight» werden dann wechselweise diverse Körperpartien gekurbelt, gekurvt, gewippt. Sie sind Protestler und...
