Philippe Decouflé on tour mit «Sombrero»
Wird es auf der Bühne hell, liegt die Welt im Schatten. Sie hört sogar auf zu existieren, behaupten vier barocke Fantasiegestalten in bombastischen Kostümen, einen Sombrero auf dem Kopf. Sie schreiten die Stufen des riesigen Saals im Théâtre national de Chaillot herab. Und sie feixen sich eins: «Kein Grund zur Beunruhigung, Sie werden Ihre Welt wieder finden. Wir knipsen sie wieder an, garantiert!» In Wahrheit kommt es noch besser. Decouflé knipst nämlich die Welt auf der Bühne an. Er lässt Autobahnen und Lenkräder rotieren, bis daraus Sternennebel entsteht.
Seine Tänzer vertausendfachen sich und bilden Strukturen, die Wolkenkratzer evozieren, aber auch Verdun.
Die Macht der Bilder ist das Zeichen der Zeit. Seit Langem spielt der Meister von «Decodex» (1995), «Iris» (2003) und «Tricodex» (2004) mit der Magie von Fotografie und Film. Und immer mehr entpuppt er sich als Schamane, der versucht, in andere Dimensionen einzutauchen. Nicht von ungefähr kreierte Philippe Decouflé schon vor zehn Jahren ein «Shazam».
Heute erkundet er die Welt der Schatten, sodass «Sombrero» gar nicht bunt beginnt, sondern hintergründig. In zwei Gruppen teilt er seine Truppe. In Weiß gekleidet mit einem ...
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