Pina Bausch
Pina Bausch wurde von Wim Wenders, dem Filmemacher, geehrt. Sie bedankte sich mit dem denkbar rührendsten Versuch eines Kusses. Wenders sagte, bei Bausch könne man erleben, was sich sonst nicht erleben lasse. Das Echte. Dafür bekam Pina Bausch den mit 50.000 Euro dotierten Goethepreis in der Frankfurter Paulskirche. Dann ging’s weiter nach Düsseldorf. Dort wurde Pina Bausch der «Orden der Aufgehenden Sonne am Halsband, goldene Strahlen» des japanischen Kaiserhauses verliehen.
Derweil hat ihr Biograf Norbert Servos das Schaffen der großen Wuppertaler Choreografin auf den Stand von 2008 gebracht. Pina Bausch Tanztheater heißt sehr schlicht das 300-seitige, wunderbar lesbare Standardwerk bei k-kieser-verlag.de, das alles andere, was pfundweise über Pina Bausch erscheint, in den Schatten stellt: Stück für Stück zeichnet Servos die Entwicklung des Tanztheaters nach – elegant, genau beobachtend, nachfragend. Mit Fotos von Gert Weigelt. Oh, und vergesst bloß nicht ihr großes Festival – «3 Wochen mit Pina Bausch» vom 7. bis zum 30. November. Mehr dazu im nächsten Heft.
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Diana Vishneva,
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Stehle mich leise in einen Probenraum des National Theatre in London. Und bin sofort gefangen von der Szene, die mich empfängt: Juliette Binoche wirft sich wieder und wieder zu Boden, wütend, sie ist völlig außer sich, offenbar verwirrt. Und bricht zusammen, so anmutig wie ein fallendes Herbstblatt. Akram Khan in schwarzem Poloshirt und braunem Trainingsanzug hockt...
Am Neujahrstag 1972 versammelte sich die französische Kulturnation erwartungsvoll vor dem Fernseher. Zum ersten Mal ging das dritte Programm auf Sendung, und wie es die patriotische Pflicht gebot, leuchteten die Farben der Trikolore aus dem Kasten: In Rot, Blau und Weiß schillerten die Kos-tüme der allerersten Ausstrahlung, die das Publikum um einhundertvierzig...
