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Jo Mihaly findet sich, von Yvonne Hardt als «politische Dichterin des Tanzes» charakterisiert, auch in einem Sammelband wieder, der unter dem Titel Tanzen und tanzen und nichts als tanzen das veränderte Körperbewusstsein in der ersten Hälfte des 20. Jahr­hunderts personalisiert. Herausgeberin Amelie Soyka hat sich darin den Beitrag Valeska Gert («Lauter zischen­de kleine Raketen») vorbehalten. Janine Schulze sucht im Kapitel «Isadora Duncan» den «befreiten Körper».

«Fremdartig wie der ferne Osten» scheint Tatjana Barbakoff, von Anja Hellhammer vollendet vorgestellt, vor allem Fotografen ihrer Zeit zu faszinieren. In ihrer Gegensätzlichkeit gewürdigt, lässt der lesenswerte Exkurs von Yvonne Hardt das Profil von Martha Graham und Doris Humphrey umso deutlicher hervortreten. Nicht alle Portraits geraten so persönlich und gleichzeitig so pointiert wie das der Rosalia Chladek von Gunhild Oberzaucher-Schüller. Manche Studie erschöpft sich schon in der Aufarbeitung archivalischer Materialien. Aber insgesamt ist das Buch ein überzeugender Beweis dafür, dass es am Ende doch die «Tänzerinnen der Moderne von Josephine Baker bis Mary Wigman» gewesen sind, die die Emanzipierung der Frau ...

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Tanz Januar 2005
Rubrik: Bücher, Seite 18
von Hartmut Regitz

Vergriffen
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Böse Märchenonkel

Niemand konnte die Dänen so hassen, wie der, den die Dänen gerade feiern. «Dänen sind kalt, böse, satanisch, ein Volk, das zu den nassen, schimmelgrünen Inseln passt», schrieb Hans Christian Andersen 1843 in sein Tagebuch. Vor 200 Jahren wurde er in Odense geboren, der Märchenmann, dessen «Kleine Meerjungfrau» John Neumeier zur Andersen-Feier am 15. April im...

Ein Ballett namens Drosselmeier

In Hagen hat Richard Wherlock 1993 schon einmal einen «Nussknacker» herausgebracht. Und nun für Basel eine neue Version geschaffen. Er müsste eigentlich «Drosselmeier» heißen. Denn der Pate Drosselmeier steht als Drahtzieher im Mittelpunkt und betritt zu Beginn die leere Bühne, gefolgt von einer Schar Ratten in Punk-Kos­tümen. Ihr Anführer, King Rat, verschafft...

Der König, ein Frosch

... und andernorts. Je mehr man sich in die Märchenwelt seiner Kindheit vertieft, des­to weniger vertraut erscheint sie. Die Erinnerung trügt, und nicht eine einzige Figur verhält sich so, wie wir’s aus Grimms Geschichten kennen. Selbst das Böse, von Masa Kolar kraftvoll verkörpert, ist nicht mehr das, was es war, und verkehrt sich zeitweilig ins Gegenteil....