die lehrerin: Milli Bitterli
Milli Bitterli auf Kampnagel in Hamburg geben Sie einen Workshop mit dem Titel «Ausgesprochen», der sich «mit der Transformation von Bewegung, Emotion und Gedanken in Sprache» beschäftigt. Wie kamen Sie darauf?
Ich wurde einmal ermutigt, während des Tanzens zu sprechen, dabei habe ich festgestellt, dass es ein anderes Denken in Bewegung gibt. Das heißt, der Körper, der stillsteht, denkt anders als der Körper, der sich bewegt. Eine körperliche Tätigkeit erzeugt andere Gedanken. Man kann auch das Denken als Teil des Tanzes begreifen.
Was ist Ihr Leitgedanke für den Workshop?
Ausgangspunkt ist: Was denke ich eigentlich, wenn ich in gewisse Bewegungen komme? Denn das passiert nicht bewusst, und ich finde es spannend, das bewusst zu machen. Man kann auf diese Weise stark an der Interpretation von Bewegungen arbeiten.
An was denken Sie beim Tanzen?
Ich denke an Geschichten, gleichzeitig an den Alltag, an die nächste Bewegung, an den nächsten Befehl, den ich meinem Körper geben muss. Und gleichzeitig an die Kinästhetik meiner Bewegungen, an die Energie, die ich in meinem Körper spüre. Es ist wie ein Flipperball, es geht rasend schnell hin und her. Es ist ein interessanter Wechsel ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
hieß einmal Anna Denzler, sie kam aus der Schweiz, studierte vor dem Ersten Weltkrieg bei der Amerikanerin Isadora Duncan in Berlin-Grunewald und war eine der sechs berühmten «Isadorables». Isadora Duncan galt damals als ein Synonym für die Befreiung des Tanzes und für die Befreiung der Frau.
Anna rettete über zwei Kriege hinweg ihr Vermächtnis, die Kleider,...
In Frankreich formt die Amerikanerin finnischen Ursprungs Wörter zu Gedichten, «visuelle Poesie» choreografiert sie, was nun in einer fotografischen Gedichtsammlung mündet. Auf dem Titel prangt ein Bild aus ihrem Film «Writings in the Wall» (1979). Ihr Gesicht überzieht sie mit schamanistischen Pinselstrichen. Dreißig Jahre Tanz werden in dem Buch eingefangen, von...
Es gibt Kirschen, die haben nichts als Kerne, und Josef Nadj weiß, wo man sie findet. Statt eines nostalgischen Spaziergangs im «Kirschgarten» hat er dem Tschechow-Festival in Moskau einen bitteren «Cherry Brandy» eingeschenkt, direkt aus dem Gulag. Die Kommissare des französisch-russischen Kulturjahrs baten ihn um einen getanzten Beitrag zu Russlands Theaterikone....
