Die Wirtschaftskrise
Raus aus dem Geklumpe! Soll man der zeitgenössischen Tanzszene Böses wünschen? Nein, das geht doch nicht. Sie hat es sowieso schwer genug. Tanz ist marginalisiert im Vergleich zu den anderen Künsten, beutet sich unaufhörlich aus. Immer fehlt es an allen Ecken und Kanten.
Nur wie, fragt man sich, konnte es sich die Szene trotz all dieser Widrigkeiten so gemütlich miteinander einrichten? Warum kommt man überhaupt auf die Idee, immerzu im Plural zu sprechen, wo doch jeder Künstler eine Einzelerscheinung sein sollte?
Vernetzung lautet seit mindestens zwei Jahrzehnten das Zauberwort, mit dem die Not der Tanzszene gelindert werden soll, man miteinander stärker werden will. Das ist logisch, und es hat ja eine Weile auch ganz gut geklappt. Nur scheint diese Dynamik sich verselbstständigt zu haben und seit einer Weile schon ins Gegenteil zu kippen. Aus der Vernetzung ist auch ein Verschmelzen des Denkens und der Ansätze geworden. Alles scheint wie ein einziger, öder Brei. Die Choreografen mögen zwar unterschiedliche Handschriften und Themen haben – aber irgendwie haben ihre Stücke trotzdem alle ein wenig den gleichen Geschmack, den gleichen Duktus.
Der Grund: Man konkurriert nicht mehr, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das könnte Sie auch interessieren:
Freie Theaterfestivals
Konjunkturpaket Tanz
PACT Zollverein, die Ideenschmiede
Ein Tanzhaus für Köln
Neuordnung in Wien
Der Subversive: Xavier Le Roy
Der Spitzenschuh ist ein Synonym für das klassische Ballett. Ohne dieses äußerlich zierlich anmutende, in schimmerndem rosa Satin lieblich die eigene Kraft und Komplexität verleugnende Hochleistungswerkzeug wäre nämlich der Spitzentanz unmöglich, mithin die Technik, deren Optik für die Einordnung des Tanzes in die Rubrik «Ballett» entscheidend ist. Ballett erkennt...
Meine beiden «Hoffnungsträger» waren beide Tänzer in Anne Teresa De Keersmaekers Kompanie Rosas. Beide verfolgen einen künstlerischen Weg, der sich auf die Erfahrung, Tänzer zu sein, konzentriert – mit allen Projektionen seitens des Publikums und der Choreografen, auf eine Handlung (das Tanzen), die eigentlich sehr persönlich, ja intim ist.
Vincent Dunoyer kreiert...
Lang sind die Zeiten her, dass eine Angela Dauber oder ein Edmund Gleede John Neumeier inhaltlich so stringente wie bahnbrechende Klassikerneudeutungen wie «Dornröschen» oder «Illusionen – wie Schwanensee» bescherten. Heute glauben die forschen Jungchoreografen, ob sie Terence Kohler oder Christian Spuck heißen, ohne dominierenden Dramaturgen auskommen zu können....
