metamorphosis now
Zwei schwarz Gewandete schlendern an die Rampe, Akkuschrauber in den Händen. Rrrrrrrrtz, schon ist die erste Bodenhalterung gelöst. Das Publikum strömt derweil hinaus ins Foyer des Kasseler Schauspielhauses, um sich Pausenschmaus und -schmäh hinzugeben. Es verpasst eine Performance, die als solche gar nicht eingeplant ist, und trotzdem das Bindeglied zwischen den beiden Teilen des Tanzabends liefert. Es versäumt den Umbau der Bühne von Johannes Wielands «science! fiction! now!» zu Hofesh Shechters «DOG»: eine Totalverwandlung dank minu-tiös getakteter Choreografie.
Nur sind hier keine Tänzer, sondern Bühnentechniker am Werk: Holzpaneele entfernen, Erdreich wegfegen, Tanzteppich ausrollen, festkleben, schwarze Stoffbahnen legen, Scheinwerfer aufstellen. Das alles geht wortlos vonstatten, gerade so, als wäre es hundertmal geprobt und bis in die kleinste Handreichung fixiert worden. Als sei es fürs Auge eines Zuschauers, eines Supervisors gemacht. Aber niemand schaut hin, obwohl die Umgestalter binnen Minuten genau das vollbringen, was davor und danach von Künstlern verlangt, verhandelt, verkörpert wird: eine Metamorphose.
Johannes Wieland, seit 2006 Direktor des Tanz-Ensembles am ...
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Tanz Januar 2015
Rubrik: produktionen, Seite 14
von Dorion Weickmann
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Fast 15 Jahre lang war er beim Stuttgarter Ballett, ein Solitär in Reid Andersons exklusiver Herren-Kollektion schon allein wegen der flachsblonden Haare, die auf jeder Bühne herausleuchten aus der Menge. Jetzt kehrt Marijn Rademaker in seine Heimat Holland zurück, und der Stuttgarter Ballettchef verliert eines seiner Lieblingskinder, das Idealbild des Tänzertyps,...
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