kinder...
...und Erwachsene haben die gleiche Würde, sagt die Dramaturgin der «Ruhrtriennale», Marietta Piekenbrock (S. 66). Weil Kinder auch das Gleiche essen, im gleichen Bett schlafen, die gleiche Freiheit genießen. Doch nein, sie essen nicht dasselbe wie Erwachsene, lieben andere Betten, müssen erst lernen, mit Freiheit umzugehen. Und schon gar nicht brauchen sie dieselbe Kunst, nicht die der Erwachsenen.
Doch nun kommen die Künstler. Tim Etchells lieh sich 2007 in «That Night Follows Day» 17 Kinder aus, um die Welt der Erwachsenen zu kritisieren.
Anfang des Jahres saßen bei Gob Squad 15 Kinder in Vitrinen, und wir sahen ihnen zu, wie sie lauter Leute unseres Alters spielten. Jetzt nahm sich Boris Charmatz in Avignon 26 Kinder zur Seite. Die riefen eine Republik der Kinder aus (S. 58).
Immer geht es um Würde. Genau genommen um die Würde der Erwachsenen, gespielt von Kindern. Denn es ist eben nicht dieselbe Würde. Sie ist nur so ähnlich. Sie tut bloß so. Es ist also Theater. Darum leihen sich erwachsene Künstler wildfremde Kinder und deren Hingabe an die Kunst aus. Um damit zu spielen.
Die Aufmerksamkeit, die Kinder naturgemäß verdienen, macht sich die Bühne zunutze. So kann man das sehen. ...
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Tanz Oktober 2011
Rubrik: editorial, Seite 1
von
Das hat Wim Vandekeybus toll hinbekommen: In ein und demselben Festival mit «Monkey Sandwich» eines seiner besten Stücke seit Jahren zu zeigen und mit einer weiteren Arbeit, «Oedipus / Bêt noir», einen hübschen Skandal loszutreten – so geschehen bei «ImPulsTanz» in Wien.
Wäre der Sommer nur ein bisschen weniger turbulent gewesen – der Terroranschlag in Norwegen,...
Gott sieht alles. Jesus blickt dich an. Nur du, wohin schaust du selbst? Wie fühlst du dich im Anblick von Alter, Schwäche und der Abhängigkeit von Fürsorge? Romeo Castelluccis «Sul concetto di volto nel figlio di Dio», zu Deutsch etwa: «Über das Konzept des Gesichts den Sohn Gottes betrachtend», stellt dem Zuschauer eindringlichere und unbequemere Fragen als...
die lehrerin
minako seki, Sie unterrichten die Seki-Methode, was ist das?
(Sie legt einen kleinen Water Bag Body auf den Tisch: einen mit Wasser gefüllten Handschuh auf einem kleinen Gefrierbeutel-Wasserbett.) Der menschliche Körper besteht zu rund 80 Prozent aus Wasser. Er ist also konsequent, sich vorzustellen, dass der Körper alle Bewegungsimpulse aufnimmt und...
